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Politik

Obama geht in Führung

Mit Siegen bei den Vorwahlen in den US-Bundesstaaten Virginia und Maryland sowie in der Hauptstadt Washington hat bei den Demokraten Barack Obama erstmals die Führung vor Hillary Clinton übernommen.

Senator Barack Obama in Illinois, Foto: AP

Hat die Konkurrenz überholt: Barack Obama

Mit Siegen bei den Vorwahlen der Demokraten in den US-Bundesstaaten Virginia und Maryland sowie in der Hauptstadt Washington D.C. hat Barack Obama am Dienstag (12.2.2007) seine Erfolgsserie fortgesetzt. Der schwarze Senator für den Bundesstaat Illinois setzte sich im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur gegen die frühere First Lady Hillary Clinton durch.

Sieger der drei Abstimmungen bei den Republikanern ist der Senator für Arizona, John McCain. Er liegt in Führung vor dem ehemaligen Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, der ihn kaum noch einholen dürfte.

Senator Barack Obama in Washington, Quelle: AP

Glückwünsche nach dem 'Potomac Tuesday '

Obamas dreifacher Sieg am so genannten Potomac Tuesday - benannt nach dem Fluss, der durch die US-Hauptstadt sowie durch Virginia und Maryland fließt - ist für Clinton eine schwere Schlappe. Obamas Sieg in Washington D.C. war wegen des dortigen hohen Anteils von Schwarzen an der Bevölkerung erwartet worden. Auch in Virginia und Maryland hatte er als Favorit gegolten. Dem entsprechend deutlich fiel sein Vorsprung vor der Senatorin aus New York aus: Nach Auszählung fast aller Stimmen in Virginia holte Obama dort 64 Prozent gegenüber 36 Prozent für Clinton. Nach Teilergebnissen führte er in Maryland mit 62 zu 35 Prozent und in Washington mit 76 zu 24 Prozent.

Auch Favorit bei den Weißen

Nachbefragungen im Anschluss an die Stimmabgabe ergaben, dass 80 Prozent der jungen Wähler für Obama stimmten und nur 20 Prozent für Clinton. Bei den Älteren kommt Obama auf 53 Prozent im Vergleich zu 47 Prozent für Clinton. Auch bei den so genannten unabhängigen Wählern liegt Obama mit 66 Prozent gegenüber 33 Prozent für Clinton klar in Führung. Geradezu beängstigend für Clinton ist aber, dass Obama diesmal bei der weißen Bevölkerung mit 48 Prozent nahezu gleichauf mit Clinton (51 Prozent) liegt. Vor allem aber machte er ihr die Stimmen der Frauen streitig, die bislang als ihre Domäne galten. 58 Prozent der weiblichen Wählerschaft stimmten für Obama, 43 für seine Konkurrentin.

Senatorin Hillary Clinton bei den Vorwahlenin New York, Foto: AP

Hofft jetzt auf die Wähler in Ohio und Texas: Hillary Clinton

In Virginia waren für die Wahl des Kandidaten der Demokratischen Partei 83 Delegiertenstimmen zu vergeben, in Maryland 70 und in Washington-Stadt 15. Nach Berechnungen der spezialisierten Website RealClearPolitics.com kann Obama nun mit 1259 Delegiertenstimmen rechnen, Clinton mit 1210. Für die Nominierung als demokratischer Präsidentschaftskandidat im Sommer sind 2025 der insgesamt 4049 Delegiertenstimmen notwendig - davon sind beide Bewerber noch weit entfernt.

Hoffen auf Texas und Ohio

Clinton richtete ihren Blick bereits auf die kommenden Wahlen in vier Bundesstaaten am 4. März, darunter Texas (193 Delegiertenstimmen) und Ohio (141). "Ich bin bereit", sagte sie im texanischen El Paso. Obama feierte seinen Sieg in Madison im Bundesstaat Wisconsin. "Heute Abend sind wir auf der Siegesstraße, selbst wenn wir wissen, dass es noch ein langer Weg ist", rief er tausenden Anhängern zu. McCain, dem von seinen Unterstützern als "amerikanischer Held" gefeierten Veteranen des Vietnamkrieges warf Obama vor, für die wirklichen Probleme der Amerikaner keine Lösung parat zu haben.

McCain baute seinen Vorsprung gegenüber seinem Konkurrenten Huckabee weiter aus. In Washington lag er mit 68 zu 17 Prozent am deutlichsten in Führung. In Maryland kam er auf 54, Huckabee auf 31 Prozent. In Virginia war McCains Vorsprung mit 50 zu 41 Prozent weniger groß. Hier erzielte der ehemalige Baptistenprediger Huckabee einen Achtungserfolg und führte McCain damit einmal mehr vor Augen, dass ihm der konservativ bis christlich-fundamentalistische Flügel der Republikaner wenig

zugeneigt ist. Vor seinen Anhängern in Alexandria in Virginia erwies McCain Huckabee seine Reverenz und bezeichnete ihn als seinen "Freund".

Senator John McCain in Virginia, Foto: AP

Bei den Republikanern konkurrenzlos: McCain

Huckabee wiederum gab das Rennen von seiner Hochburg Little Rock in Arkansas aus noch nicht verloren. Die Nominierung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten stehe erst fest, wenn er 1191 Delegiertenstimmen beisammen habe. Laut Berechnungen von RealClearPolitics.com kommt McCain derzeit auf 797, Huckabee auf

240 Stimmen. Die Präsidentenwahl findet im November statt. (ina)

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