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Aktuell Nahost

Obama fürchtet neues Zentrum radikaler Islamisten

Eine politische Wende in Syrien birgt auch viele Risiken: Bei seinem Besuch in Jordanien warnte US-Präsident Obama vor dem wachsenden Einfluss fanatischer Muslim-Fraktionen. Die CIA unterstützt nichtreligiöse Gruppen.

Wer in Syrien vertritt wirklich die Interessen des Volkes? Man arbeite in enger Partnerschaft mit Jordanien daran, eine "glaubwürdige syrische Opposition" zu stärken, sagte US-Präsident Barack Obama bei seinem Besuch in Amman. Er lobte die Rolle der Gastgeber zur Unterstützung des politischen Wandels im Nachbarland, appellierte aber gleichzeitig eindringlich an die internationale Gemeinschaft, mitzuhelfen, um eine Opposition zu "organisisieren und mobilisieren", die man als vertrauenswürdig ansehen könne.

Den US-Präsidenten bekümmert insbesondere, dass Fanatiker das Machtvakuum in Syrien ausnutzen könnten. "Ich bin sehr besorgt, dass es zu einer Enklave des Extremismus werden könnte", sagte er nach den Gesprächen mit Jordaniens König Abdullah. Obama und der Monarch fürchten eine religiöse Spaltung Syriens. Die internationale Gemeinschaft müsse sich daher engagieren, um derartige Verwerfungen zu vermeiden.

Gruppe von syrischen Rebellen nahe Damaskus (foto: REUTERS)

Politische und religiöse Strömungen: Unübersichtliche Frontlinien in Syrien

Beobachter und Experten kommentierten, die USA seien jetzt offenbar bereit, sich stärker hinter die Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) zu stellen. Andernfalls drohe Syrien ganz in die Hände dschihadistischer Gruppierungen zu fallen. Verwiesen wird zum Beispiel auf das militärische Training hunderter FSA-Offiziere in Jordanien seit dem vergangenen Jahr.

Profitieren Islamisten von den Waffenlieferungen?

Nach jüngsten Berichten des "Wall Street Journal" hat der Geheimdienst CIA begonnen, die neue Haltung der Washingtoner Regierung umzusetzen und den säkularen Widerstandsgruppen verstärkt unter die Arme zu greifen. So würden in der Türkei Rebellen unterstützt, die von den Golf-Staaten mit Waffen versorgt wurden, heißt es unter Berufung auf aktuelle und frühere Regierungskreise.

Ziel sei die Schlagkraft gegen die Truppen von Präsident Baschar al-Assad zu erhöhen. Auch wenn man immer noch große Bedenken habe, dass einige der Waffen und Ausrüstungsmittel in die Hände islamistischer Milizen fallen könnten.

EU weiter gespalten

Die 27 EU-Staaten bleiben über mögliche Waffenlieferungen an die Aufständischen in Syrien zerstritten. Die Außenminister der Europäischen Union einigten sich bei ihrem Treffen in Dublin aber darauf, die Opposition gegen Assad durch zivile Hilfe deutlich zu stärken. Frankreich und Großbritannien verzichteten zunächst darauf, notfalls im Alleingang das Waffenembargo zu durchbrechen. Das Embargo läuft am 31. Mai aus, wenn es zuvor nicht einstimmig von allen Regierungen verlängert wird...

SC/uh (afpe, dpae, APE, rtre)