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Aktuell Asien

Obama erwägt Total-Abzug

Zwischen Obama und Karsai kriselt es: Laut einem Zeitungsbericht schließt der US-Präsident nicht mehr aus, die US-Truppen vollständig aus Afghanistan abzuziehen. Damit steht auch die NATO-Mission nach 2014 in Frage.

Aus Ärger über die afghanische Regierung überlegen die USA offenbar, ihre Truppen vollständig vom Hindukusch abzuziehen. Wie die "New York Times" unter Berufung auf ungenannte amerikanische und europäische Quellen schreibt, sind US-Präsident Barack Obama und sein afghanischer Amtskollege Hamid Karsai derart zerstritten, dass ein Komplett-Abzug inzwischen ernsthaft geprüft wird.

Kein Truppenstatut in Sicht

Umstritten ist vor allem das Truppenstatut für die etwa 8000 US-Soldaten, die nach bisherigen Planungen nach dem Abschluss des Kampfeinsatzes Ende 2014 in Afghanistan verbleiben sollen. Karsai hatte die Verhandlungen im Juni ausgesetzt, nachdem die US-Regierung Friedensverhandlungen mit den radikal-islamischen Taliban angekündigt hatte.

Ende Juni hatten Karsai und Obama laut "New York Times" dann vergeblich in einer Videokonferenz versucht, eine Einigung zu erzielen. Karsai habe Obama dabei vorgeworfen, einen separaten Frieden mit den Taliban und ihren Unterstützern in Pakistan aushandeln zu wollen - und damit die afghanische Regierung an ihre Feinde auszuliefern.

NATO-Mission zweifelhaft

Kommt es zu einem vollständigen Abzug aller US-Soldaten, wäre wohl auch die NATO-Mission nicht zu halten, die für die Zeit nach 2014 geplant ist. Laut "New York Times" würde dann auch Deutschland alle seine Soldaten abziehen. Bislang ist geplant, 600 bis 800 Bundeswehr-Soldaten nach 2014 in Afghanistan zu belassen. Diese sollen die afghanischen Sicherheitskräfte ausbilden und beraten.

Das Pentagon in Washington erklärte, Obama habe sich noch nicht entschieden, wie es nach 2014 in Afghanistan weitergehe. Eine Option sei der völlige Rückzug aus dem Land am Hindukusch.

Unterdessen musste die Internationale Schutztruppe Isaf in Afghanistan wieder einen Anschlag vermelden: Ein Afghane in Uniform hat demnach auf dem Flughafen von Kandahar das Feuer auf Isaf-Soldaten eröffnet, einer wurde getötet. Und in der Provinz Herat starben 17 Zivilisten durch eine von den Taliban gelegte Bombe am Straßenrand.

det/se (dpa, rtr)

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