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Obama in Berlin

Obama: "Deutsche sollten Merkel wertschätzen"

Die Bundeskanzlerin empfängt den scheidenden US-Präsidenten Barack Obama offiziell zu dessen Abschiedsbesuch in Berlin. Der Gast würdigt die Kanzlerin: Merkel sei eine Person, die bereit sei, für ihre Werte zu kämpfen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der scheidende US-Präsident Barack Obama begrüßten sich mit einem Lächeln und einem Wangenküsschen vor dem Kanzleramt.

Bei dem auf mindestens eineinhalb Stunden angesetzten Gespräch geht es unter anderem um die Rolle der USA unter dem künftigen republikanischen Präsidenten Donald Trump bei der Bewältigung internationaler Krisen wie in Syrien. Merkel will mit Obama nach Angaben der Bundesregierung auch über den Umgang mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, die
Ukraine-Krise sowie den Kampf gegen den internationalen Terrorismus reden. Die Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen, die Zukunft des umstrittenen geplanten EU-Handelsabkommens TTIP mit den USA und die Klimapolitik sollen ebenfalls Thema sein.

Obama hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zuvor als Eckpfeiler der internationalen Politik gewürdigt. "Sie steht für große Glaubwürdigkeit, und sie ist bereit, für ihre Werte zu kämpfen", sagte Obama in einem Interview mit der ARD und dem "Spiegel", das am Abend ausgestrahlt wird.

"Ich bin froh, dass sie da ist, und die Deutschen sollten sie wertschätzen. Ich schätze sie jedenfalls als Partnerin", fügte der US-Präsident hinzu. Ähnlich hatte sich Obama schon bei früheren Treffen mit der Kanzlerin geäußert. Im April hatte der US-Präsident in Hannover über Merkel gesagt, er sei froh, dass sie noch Kanzlerin sei, wenn er nicht mehr Präsident sei: "Die Welt wird davon profitieren, von ihrer sehr steten und konsequenten Präsenz." Der Besuch in Berlin war von Obama eigens ins Programm genommen worden. Sie sei die Politikerin, mit der er in den vergangenen Jahren "wahrscheinlich am engsten zusammengearbeitet" habe, hatte Obama vor kurzem erklärt.

Obama warnt vor Spaltung der Industrieländer

Obama zeigte sich besorgt über den Zustand der westlichen Industriegesellschaften. "Wenn die globale Wirtschaft nicht auf Menschen reagiert, die sich zurückgelassen fühlen, wenn die Ungleichheit weiter wächst, werden wir erleben, dass sich die Spaltungen in den Industrieländern ausweiten", sagte er in dem

Interview.

Am Vorabend hatten sich Merkel und Obama bereits zu einem dreistündigen Abendessen unter vier Augen getroffen. Es soll neben Haute Cuisine auch Currywurst gegeben haben. Am Abend stand ein weiteres Dinner auf dem Programm.

Mit Kaffeebecher am Brandenburger Tor

Am Morgen hatte sich Obama kurz vor dem Brandenburger Tor gezeigt. Mit einem Kaffeebecher in der Hand lief er von der US-Botschaft über den Pariser Platz zum Hotel "Adlon". "Hallo Leute, wie geht's?", sagte der gut gelaunte US-Präsident und freute sich über eine Regenpause in der Hauptstadt: "Die Sonne ist rausgekommen. Nicht schlecht."

Für den Präsidentenbesuch gelten höchste Sicherheitsvorkehrungen. Das Berliner Regierungsviertel ist weiträumig abgesperrt, auf den Dächern am Pariser Platz halten Scharfschützen die Stellung. Laut Polizei sind in Spitzenzeiten rund 2400 Beamte im Einsatz.

cr/hk (dpa, afp)