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Sport

Obama: "Chicago verkörpert olympischen Geist"

US-Präsident Obama hat vor der IOC-Vollversammlung für Chicago als Ausrichter der Olympischen Spiele 2016 geworben. Heute (02.10.2009) fällt die Entscheidung zwischen Chicago, Rio de Janeiro, Tokio und Madrid.

US-Präsident Obama hält seine Rede vor der IOC-Vollversammlung. Foto: AP

Barack und Michelle Obama bei der IOC-Vollversammlung in Kopenhagen. Foto: AP

Michelle und Barack Obama beim Plausch in Kopenhagen

Barack Obamas Auftritt dauerte achteinhalb Minuten. Der US-Präsident, der bis zu seinem Umzug nach Washington fast 25 Jahre lang in der Olympia-Bewerberstadt gelebt hatte, bezeichnete sich selbst als stolzen Chicagoer. In der Stadt, sagte Obama vor den 104 Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komitees in Kopenhagen, arbeiteten Menschen aller Hautfarben, Religionen und Nationen friedlich zusammen und lebten den amerikanischen Traum: "Mit harter Arbeit, Disziplin und Einsatz können wir es schaffen. Wenn wir es versuchen. Das ist nicht nur der amerikanische Traum, das ist der olympische Geist." Olympische Spiele in Chicago würden Amerika als weltoffenes, gastfreundliches Land zeigen. Seine Regierung stehe voll hinter der Kandidatur. Obama appellierte dringend an die IOC-Mitglieder, für Chicago zu stimmen. "Wenn wir diesen Weg gemeinsam gehen, verspreche ich Ihnen: Die Stadt Chicago und die USA werden die Welt stolz machen." Es war die erste Rede eines US-Präsidenten vor einer IOC-Vollversammlung.

Solarstrom im Olympiastadion

Japans Regierungschef Yukio Hatoyama hält seine Rede vor der IOC-Vollversammlung. Foto: AP

Japans Regierungschef Yukio Hatoyama

Neben Chicago bewerben sich die die spanische Hauptstadt Madrid, die brasilianische Metropole Rio de Janeiro und die japanische Hauptstadt Tokio um die Sommerspiele 2016. Japans Ministerpräsident Yukio Hatoyama hob vor den IOC-Mitgliedern in Kopenhagen das Konzept Tokios für "grüne Spiele" hervor. So soll das neue Olympiastadion komplett mit Solarstrom bereiben werden. "Sollte Tokio Gastgeber der Olympischen Spiele 2016 werden", sagte Hatoyama, "wird die Stadt der Welt zeigen, wie eine große Metropole aufblühen kann, ohne die Umwelt zu schädigen."

Maximal drei Wahlgänge

Portrait IOC-Chef Jacques Rogge. Foto: AP

Zünglein an der Waage? IOC-Chef Jacques Rogge

In der ersten Wahlrunde werden 95 IOC-Mitglieder abstimmen. Die sieben Vertreter aus den Staaten der vier Bewerberstädte dürfen nicht teilnehmen. IOC-Präsident Jacques Rogge wählt traditionell nicht mit, das südkoreanische IOC-Mitglied Kun-Hee Lee ist derzeit suspendiert. In jedem Wahlgang scheidet der Kandidat mit den wenigsten Stimmen aus. Die IOC-Mitglieder aus dem Land des Gescheiterten dürfen in den nächsten Runden mit abstimmen. Nach spätestens drei Wahlgängen steht der Ausrichter der Spiele 2016 fest. Sollten im entscheidenden Durchgang die beiden letzten Kandidaten gleichauf sein, entscheidet die Stimme des IOC-Chefs Rogge.

US-Sponsoren machen Druck

Die größten Chancen werden Chicago und Rio de Janeiro eingeräumt. Für Chicago spricht vor allem das Geld. Das US-Fernsehen ist der derzeit größte Geldgeber des Internationalen Olympischen Komitees und ist nur bereit, noch mehr als bisher für die Übertragung der Spiele 2016 auszugeben, wenn Chicago den Zuschlag erhält. Auch mehrere Großsponsoren aus den USA machen ihr weiteres Engagement davon abhängig, dass die Stadt am Lake Michigan die Spiele ausrichtet. Für Rio de Janeiro spricht vor allem, dass die Olympischen Spiele bisher einen Bogen um den Kontinent machten. "Für die anderen wäre es nur ein weiteres Olympia, in Rio wären es Spiele für ganz Brasilien und Südamerika", sagte der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva bei der Schluss-Präsentation in Kopenhagen. Größtes Manko der Bewerbung Rios ist jedoch die hohe Kriminalität in der Stadt.

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Wolfgang van Kann

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