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Wirtschaft

Obama blockiert Aixtron-Übernahme

Der deutsche Chipanlagenbauer Aixtron darf nicht an einen chinesischen Investor verkauft werden. Das Geschäft wäre eine nationale Gefahr für die USA, argumentierte das Weiße Haus.

Pünktlich zum Fristablauf hat US-Präsident Barack Obama die Übernahme des deutschen Maschinenherstellers Aixtron untersagt. Das Unternehmen aus der Nähe von Aachen in Nordrhein-Westfalen hätte für 676 Millionen Euro an die chinesische Fujian Grand Chip Investment gehen sollen.

Aber das Weiße Haus blockiere wegen nationaler Sicherheitsbedenken das Geschäft, teilte die US-Regierung mit. Man habe sich damit der Empfhehlung der US-Behörde für Auslandsinvestitionen (CFIUS) angeschlossen. Hintergrund sei auch das Fachwissen der Firma, das auch für die Rüstung eingesetzt werden könne.

Die US-Regierung hatte ein Mitspracherecht, weil Aixtron auch eine Zweigstelle in Kalifornien mit rund 100 Mitarbeitern betreibt. Offen bleibt, ob sich etwa die deutsche Bundesregierung über ein US-Veto hinwegsetzen kann. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte dem Deal zunächst zugestimmt, die Unbedenklichkeit aber später zurückgenommen und eine erneute Prüfung angekündigt.

Aixtron: Ohne Übernahme nicht überlebensfähig?

Das Unternehmen Aixtron selbst hatte im Vorfeld erklärt, im Falle einer Ablehnung durch Obama "ist die Transaktion in der jetzigen Form geplatzt." Das seit Jahren Verluste schreibende Unternehmen hat rund 700 Mitarbeiter. Deren Arbeitsplätze sind jetzt in Gefahr: Experten bezweifeln, dass Aixtron selbstständig und ohne Stellenabbau überleben kann.

Konzernzentrale Aixtron in Herzogenrath (picture-alliance/dpa/Aixtron)

Die Aixtron-Konzernzentrale in Herzogenrath bei Aachen

Mit den Chinesen hatte der deutsche Hersteller einen finanzkräftigen Partner gefunden, um Geld für Forschung und Entwicklung zu erhalten. Auch ins Ausland sollte expandiert werden. Mit Fujian Grand Chip Investment erhoffte man sich Zugang zum milliardenschweren chinesischen Markt.

myk/qu (dpa, Reuters)