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Nahost

Obama benennt Botschafter für Syrien

Fünf Jahre lang gab es in Syrien keinen US-Botschafter - die Beziehungen zwischen den beiden Ländern waren angespannt. Jetzt sucht Präsident Obama die Annäherung: Er will wieder einen Botschafter nach Damaskus schicken.

Flaggen von Syrien und den USA (Foto: AP)

Robert Ford gilt als Vorzeige-Diplomat: Er ist einer der wenigen im US-amerikanischen Außenministerium, der fließend Arabisch spricht. Dementsprechend sahen die Stationen seiner diplomatischen Karriere aus: Ford wurde nach Kairo, Algier und Bahrain entsandt, bevor er als Vize-Botschafter nach Bagdad ging. Wenn der US-Senat dem Vorschlag von Präsident Barack Obama zustimmt, wird Ford bald nach Syrien umziehen.

Ende der Eiszeit

US-Botschaft in Damaskus (Foto: dpa)

Die US-Regierung hat ihren Botschafter in Damaskus 2005 abgezogen

Nicht umsonst hat Obama Robert Ford zum neuen US-Botschafter für Damaskus ernannt: Er will die lange angespannten Beziehungen zu Syrien verbessern. Seit Jahren gibt es in Washington starke Vorbehalte gegenüber der syrischen Regierung, da Damaskus die militante Hisbollah im Süden des Libanon und die palästinensische Hamas-Bewegung unterstützt und enge Beziehungen zum Iran unterhält. Außerdem wirft die US-Regierung Syrien vor, zur Destabilisierung Iraks beizutragen, weil über die lange Landgrenze zwischen den Nachbarn militante Islamisten in den Golfstaat gelangen könnten. Vergangenen Mai hatte Obama wegen dieser Vorwürfe Sanktionen gegen Syrien verlängert.

Jetzt setzt der US-Präsident darauf, Syrien vom Iran zu lösen und Damaskus stärker in die Nahost-Friedensbemühungen einzubeziehen. Die stärkere Einbindung wird in diplomatischen Kreisen als Wechsel der Taktik bei unveränderter US-Strategie bezeichnet.

Hoffnung auf Frieden

Seit 2005 ist der Posten des US-Botschafters in Damaskus unbesetzt. Die damalige Regierung von Präsident George W. Bush zog den Botschafter ab, nachdem der libanesische Ministerpräsident Rafik al-Hariri im Februar 2005 ermordet worden war. Die syrische Regierung wurde verdächtigt, das Attentat im benachbarten Libanon in Auftrag gegeben zu haben. Syrien bestreitet das. Der Bombenanschlag ist bis heute nicht aufgeklärt.

Die Bundesregierung zeigte sich über die Aussicht einer diplomatischen Annäherung zwischen Washington und Damaskus erfreut. Berlin halte Syrien für ein "sehr wesentliches Land", wenn es um Fortschritte im Nahost-Friedensprozess gehe, sagte ein Außenamtssprecher. Wenn die Nominierung Fords durch den US-Senat bestätigt werde, wäre dies ein "weiterer wichtiger Schritt".

Autoren: Anne Allmeling / Anna Kuhn-Osius
Redaktion: Diana Hodali