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Welt

Obama benennt Biden als Stellvertreter

Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Barack Obama, will mit dem erfahrenen Senator Joseph Biden an seiner Seite ins Weiße Haus einziehen. Die Republikaner reagierten mit Angriff.

Biden und Obama (Archivbild), Quelle: AP

Biden und Obama (Archivbild)

Joseph Biden Porträtfoto

Senator Joseph Biden

Zwei Tage vor Beginn des Nominierungsparteitags der US-Demokraten hat der Präsidentschaftsbewerber Barack Obama den Senator Joseph Biden offiziell zum Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten ernannt. Dies teilte die Wahlkampforganisation der Demokraten mit. Obama und Biden wollen bereits am Samstag (23.08.08) in Springfield in Obamas Heimatstaat Illinois auf einer Kundgebung gemeinsam auftreten.

Der 65-jährige Biden ist wie Obama ein Gegner des Irakkriegs - allerdings stimmte er 2002 im Senat für die Genehmigung des Waffengangs gegen Saddam Hussein. Später wurde er ein scharfer Kritiker der Politik von Präsident George W. Bush.

Mehr als 30 Jahre im Senat

Der Politiker sitzt seit 1973 für den Bundesstaat Delaware im US-Senat und ist damit einer der Dienstältesten in dieser Kongresskammer. Hier leitet er auch den Auswärtigen Ausschuss. Zahlreiche Auslandsreisen machten ihn mit den Spitzenpolitikern in aller Welt bekannt. Erst am Montag kam er aus Georgien zurück, wohin ihn Präsident Michail Saakaschwili eingeladen hatte.

Mit seiner Europareise wollte sich Obama (hier in Berlin, vorne links) als Außenpolitiker profilieren, Quelle: AP

Mit seiner Europareise wollte sich Obama (hier in Berlin, vorne links) als Außenpolitiker profilieren

Der studierte Jurist kommt aus einfachen Verhältnissen einer katholischen Arbeiterfamilie in Pennsylvania. Privat erlitt Biden früh eine schweren Schlag: Seine erste Frau und seine einjährige Tochter kamen 1972 bei einem Autounfall ums Leben, zwei Söhne wurden verletzt. Biden heiratate später erneut und wurde noch einmal Vater. 1988 überlebte der Senator einen lebensgefährlichen Gehirntumor.

Biden wird die Unerfahrenheit des 47-jährigen Obamas insbesondere auf sicherheits- und außenpolitischem Feld ausgleichen können. Allerdings steht er als "alter Hase" kaum für die Kernbotschaft Obamas: "Wandel für Amerika" und einen neuen Politikstil in Washington. Biden hatte sich ebenfalls um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bemüht, das Rennen aber bereits im Winter nach der ersten partei-internen Vorwahl in Iowa wegen Erfolglosigkeit aufgegeben.

Angriff der Republikaner

Die US-Republikaner nutzten die Bidens Benennung für einen neuen Angriff auf Obama. "Es gibt keinen schärferen Kritiker an Barack Obamas fehlender Erfahrung als Joe Biden", erklärte das Wahlkampfbüro des republikanischen Bewerbers John McCain am Samstag. Biden habe im Wahlkampf insbesondere Obamas außenpolitische Vorstellungen kritisiert.

Republikanische Präsidentschaftskandidat Senator John McCain

Tritt für die Republikaner an: Senator john McCain

Auf dem am Montag in Denver beginnenden Nominierungspartei der Demokraten sollen Obama und sein "Running Mate" von den Delegierten offiziell zu Spitzenkandidaten für die Präsidentschaftswahl im November ausgerufen werden.

Die Republikaner von Präsident George W. Bush, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf, kommen am 1. September zu ihrem Nominierungspartei in St. Paul in Minnesota zusammen, um ihren Kandidaten John McCain auf den Schild zu heben. Der 71-jährige Senator hat noch keinen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten benannt. (wl)

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