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Aktuell Afrika

Obama auf den Spuren Mandelas

Der US-Präsident wußte bei seinem Besuch in Südafrika dessen schwer erkrankten Nationalhelden gebührend zu würdigen - durch Worte, aber mehr noch durch den Besuch auf der Gefängnisinsel Robben Island.

Am zweiten Tag seines Besuchs in Südafrika reiste US-Päsident Barack Obama weiter von Johannesburg nach Kapstadt. Dort besuchte er unter anderem die Gefangeneninsel Robben Island, wo der jetzt schwerkranke Ex-Präsident und Nationalheld Nelson Mandela jahrelang inhaftiert war. Obama, der von seiner Ehefrau Michelle und seinen beiden Töchtern begleitet wurde, besichtigte die winzige Zelle, in der der frühere Anti-Apartheid-Kämpfer 18 Jahre seiner insgesamt 27-jährigen Haft verbrachte (Foto). In der Zelle befindet sich lediglich eine dünne Matratze auf dem Fußboden sowie ein Toiletteneimer. Obama ging auch an einen Steinbruch, in dem Mandela zusammen mit anderen Anti-Apartheid-Aktivisten arbeitete. Das ehemalige Gefängnis ist heute ein Museum.

Obama zeigte sich tief bewegt beim Besuch von Robben Island. "Voller Demut" stehe er an dem Platz, wo mutige Menschen "der Ungerechtigkeit die Stirn geboten und nicht aufgegeben haben", schrieb Obama ins Gästebuch des Museums. "Die Welt ist dankbar für die Helden von Robben Island, die uns daran erinnern, dass weder Fesseln noch Zellen der Stärke des menschlichen Geistes gleichkommen." Mandela liegt seit drei Wochen in einer Klinik in Pretoria. Er leidet an einer schweren Lungeninfektion.

US-Präsident Barack Obama mit seiner Frau Michelle auf Robben Island (Foto: Reuters)

Geschichtsstunde der besonderen Art: Barack und Michelle Obama auf Robben Island

Amerikanisch-afrikanisches Gipfeltreffen 2014

Nach dem Besuch auf Robben Island hielt Obama eine Rede in der Universität von Kapstadt. Dabei kündigte er für 2014 ein amerikanisch-afrikanisches Gipfeltreffen in den USA an. Washington wolle ein neues Kapitel in den Beziehungen zu den afrikanischen Staaten südlich der Sahara aufschlagen, sagte Obama. Ziel sei eine Intensivierung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen. Er werde dazu die Staats- und Regierungschefs der afrikanischen Staaten einladen.

Die USA wollen Obama zufolge sieben Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro) in den Ausbau des Energiesektors in Afrika investieren. Hinzu kämen weitere neun Milliarden Dollar aus dem privaten Sektor. Ziel sei es, die Zahl der Menschen mit Zugang zu Elektrizität in Afrika zu verdoppeln.

Simbabwe als Negativbeispiel genannt

Afrika befinde sich derzeit in einem historischen Wandel, so Obama weiter. Der Kontinent stehe in den Augen der Welt nicht mehr nur für Leiden und Konflikte, sondern für neue Chancen für Zusammenarbeit und Investitionen. Die Wirtschaft Afrikas entwickle sich seit Jahren beeindruckend stark. Eine wachsende Mittelklasse und eine bessere Gesundheitsversorgung seien dafür ein deutlicher Beleg.

Allerdings kommt der Fortschritt laut Obama nicht allen zugute. Manche Institutionen seien von Korruption infiziert. Afrikas Entwicklung gehe an zu vielen Armen in den Slums vorbei. Auch würden noch vielen Menschen demokratische Rechte verweigert. Als Negativbeispiel hierfür nannte der US-Präsident die Lage in Simbabwe.

sti/haz (dpa, afp, ape)

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