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Kultur

O. J. Simpson des Raubüberfalls schuldig gesprochen

Jetzt droht ihm doch noch lebenslange Haft: Die Geschworenen haben US-Footballstar O. J. Simpson des Raubüberfalls mit Geiselnahme schuldig gesprochen. Mit mehreren Komplizen hat er zwei Fanartikel-Sammler beraubt.

O.J. Simpson wird von einem Sicherheitsbeamten abgeführrt (3.10.2008, Quelle: AP)

Abgeführt: O.J. Simpson droht wegen eines Raubüberfalls jetzt lebenslange Haft

Zusammen mit fünf Bekannten drang Simpson im September vergangenen Jahres in ein Hotelzimmer ein und bedrohte zwei Sammler, die mit Fan-Artikeln aus der Zeit seiner Football-Karriere handelten. Die Gruppe erzwang die Herausgabe von Gegenständen im Wert von 100.000 Dollar. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren zwei der Männer bewaffnet, einer von ihnen sagte aus, Simpson habe ihn aufgefordert, eine Waffe mitzubringen.

O.J. Simpson wird von einem Sicherheitsbeamten abgeführrt (3.10.2008, Quelle: AP)

Vier seiner Komplizen haben gegen Simpson ausgesagt

Auch ein Mitangeklagter, der 54-jährige Clarence Stewart, wurde in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Beide wurden nach dem Schuldspruch am Freitag in Gewahrsam genommen, eine Freilassung auf Kaution lehnte Richterin Jackie Glass ab. Die

Anwälte kündigten einen Antrag auf Wiederaufnahmeverfahren an.

Belastet von den Komplizen

Nach dem dreiwöchigen Verfahren in Las Vegas beriet die Jury 13 Stunden lang, bevor sie am Freitag (3.10.2008) zu ihrer Entscheidung kam. Simpsons mutmaßliche Komplizen belasteten ihn während der Verhandlung, nur einer sagte zu seinen Gunsten aus.

Simpson nahm die Verkündigung des Schuldspruchs ohne sichtliche Emotionen auf. Die Bezirksrichterin Jackie Glass lehnte kurz danach den Antrag der Verteidigung ab, Simpson gegen Zahlung einer Kaution auf freien Fuß zu setzen und ließ ihn in Handschellen abführen.

Ging es um Geld oder Souvenirs?

Simpson hat stets erklärt, bei dem Vorfall habe es sich nicht um einen Raubüberfall gehandelt. Vielmehr sei es ein Versuch gewesen, Erinnerungsstücke wieder in seinen Besitz zu bekommen, die ihm gestohlen worden seien. Er habe niemanden aufgefordert, eine Waffe mitzubringen, und habe auch keine Waffen gesehen.

Die Staatsanwaltschaft aber machte geltend, dass der frühere Ausnahmesportler schließlich von fünf Männern begleitet wurde, von denen zwei bewaffnet waren. Simpsons Verteidigung bezeichnete die Zeugen der Anklage, einschließlich der beiden Andenkenhändler als unglaubwürdig, weil sie ihre Geschichte an Medien verkauften.

Aus Mangel an Beweisen freigesprochen

1995 war Simpson in einem aufsehenerregenden Strafprozess vom Vorwurf des Doppelmordes an seiner Exfrau Nicole Brown Simpson und deren Freund Ron Goldman freigesprochen worden - aus Mangel an Beweisen. In einem Zivilprozess wurde er später jedoch für schuldig befunden und zu einer Zahlung von Entschädigungen in Höhe von 33,5 Millionen Dollar an die Hinterbliebenen der Opfer verurteilt. (mag)

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