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Nuss- und Mandelkern

Vom zuckersüßen Naschwerk bis zum Mädchen mit den Mandelaugen: Nüsse und Mandeln sind verführerische Zutaten – nicht nur in der vorweihnachtlichen Backstube, sondern auch in der deutschen Sprache.

Es sind nur noch wenige Tage bis Weihnachten, und wer selbstgemachtes Gebäck haben möchte, der muss sich sputen. "Sputen" ist ein altes deutsches Wort für "sich beeilen". Aber nicht darum geht es in unserem letzten Stichwort vor den Feiertagen, sondern um Backzutaten. Nach Zucker und Zimt sind heute Nüsse und Mandeln dran, wobei diese keineswegs nur zur Herstellung von Weihnachtsplätzchen und Kuchen verwendet werden. Außerdem versteht man unter Nuss und Mandel nicht nur die Frucht des Nuss- und Mandelbaums.

Von harten Nüssen und süßen Mandelstangen

Der Ausdruck "harte Nuss", umgangssprachlich immer noch recht häufig, steht vielmehr für eine Sache, die Schwierigkeiten bereitet, oder ein Problem, das schwer zu lösen ist. Viele solcher Nüsse sind, wie die essbaren auch, schwer zu knacken. Wobei es für die letzteren den Nussknacker gibt. Dieser kann zangenförmig sein, aber auch die Gestalt einer mit kantigem und überdimensionalem Gebiss ausgestatteten Männerfigur haben. Dieser steckt man die Nuss in den Mund oder besser ins Maul, drückt den Hebel auf dem Rücken runter und – kracks – ist die Nuss geknackt.

Meistens handelt es sich dabei um eine Walnuss. In der Weihnachtsbäckerei werden aber auch Hasel- und Paranüsse verwendet, die Kokosflocken aus dem Kern der Kokosnuss und natürlich der Mandelkern oder einfach die Mandel. Da gibt es Mandelstangen und Mandelbögen, sächsisches Mandelbrot, Mandelstifte und Frankfurter Brenten. Ein Stichwort würde nicht ausreichen, um all die Backrezepte mit Mandeln und Nüssen aufzuzählen.

Nur keine hohle Nuss sein

Nüsse wachsen auf Bäumen oder Sträuchern. Sie sind rundlich und meist essbar. Allerdings ist schwer an sie ranzukommen, denn ihre Schale ist hart. Manchmal enthält sie nichts weiter als eine so genannte taube Nuss, also einen Kern, der zu nichts mehr taugt und somit völlig wertlos ist. Wer als taube, hohle oder auch dumme Nuss bezeichnet wird, zählt nicht gerade zu den Mitmenschen, mit denen man/frau um jeden Preis arbeiten oder sonst wie zu tun haben möchte.

Am liebsten würde man diesen Zeitgenossen ab und zu eins auf die Nuss hauen; eine Kopfnuss verpassen; sprich auf den Kopf schlagen. Kopfnüsse geben war eine beliebte Maßnahme abgründiger Pädagogen, um den ihnen anvertrauten Schülern angeblich auf die Sprünge zu helfen.

Liebe, Tod und ganz viel Nüsse

Im Gegensatz zu "Mandel" gibt es für "Nuss" viele übertragene Bedeutungen. Die sprichwörtliche Nussschale, das kleine Boot auf hoher See, gehört dazu, die Nuss als Fleischstück aus der Kalbs- oder Rinderkeule und die inzwischen nur noch in einigen ländlichen Gegenden zu hörende Redensart "in die Nüsse gehen". Diese bedeutet auf höchst unterschiedliche Weise zweierlei: zum einen "sterben" und zum anderen so ziemlich das Gegenteil, nämlich die Geliebte oder den Geliebten aufsuchen, um mit ihr oder ihm ins Bett oder, wie es auch heißt, "in die Haseln" zu gehen – wenn grad' kein Bett zur Verfügung steht.

Wenn wir uns in diesem Zusammenhang vorstellen, dass das Mädchen oder die Frau mandelförmige Augen hat und vielleicht zart nach Mandelöl duftet, haben wir doch zumindest sprachlich eine ganz nette Verbindung zwischen Nüssen und Mandeln geschaffen. Und umgekehrt.

Bittersüß und etwas giftig

Beide weisen in der Tat etliche Gemeinsamkeiten auf. Auch Mandeln wachsen auf Bäumen. Im Frühjahr in der Pfalz, oft schon Ende Februar, treiben sie weiße oder zartrosa Blüten aus, die vor den Blättern erscheinen. Die Früchte des Mandelbaums, die Mandeln, gehören zu den Steinfrüchten. Es gibt Süß- und Bittermandeln; beide werden zur Herstellung und Verfeinerung von allerlei Kuchen und Süßspeisen, Lebkuchen und Torten, Desserts und Soßen verwendet. Mandeln enthalten über 50 Prozent Öl und rund 20 Prozent Eiweiß. Süße Mandeln dazu etwa 10 Prozent Zucker.

Man verwendet sie in der Süßwarenherstellung unter anderem für Marzipan. Auch Bittermandeln werden in Lebensmitteln verwendet, wobei die Bittermandel aufgrund des Gehalts an Amygdalin – das ist ein Blausäureglykosid – nicht ganz ungefährlich ist. Großer Beliebtheit erfreuen sich gerade zurzeit die würzig duftenden gebrannten Mandeln, die, wie der Glühwein, auf keinem Weihnachtsmarkt fehlen dürfen. Aber was auch immer Sie kochen oder backen, ob mit oder ohne Nuss- und Mandelkern, was immer Sie tun und wo immer Sie auch sein werden: Wir wünschen Ihnen ein friedliches Weihnachtsfest.

Fragen zum Text

Wen oder was bezeichnet man umgangssprachlich als eine "Kopfnuss"?

a) ein Weihnachtsgebäck

b) einen leichten Schlag auf dem Kopf

c) einen Pädagogen

Zu welcher Fruchtart werden die Mandeln gezählt?

a) zu den Steinfrüchten

b) zu den Nüssen

c) zu den Kernfrüchten

Süße Mandeln enthalten unter anderem …

a) Marzipan.

b) Amygdalin.

c) Eiweiß.

Arbeitsauftrag:

Suchen Sie mit im Internet nach traditionellen Backrezepten in deutscher Sprache, in denen Nüsse oder Mandeln als Zutaten verwendet werden. Einigen sie sich auf ein oder auch mehrere Rezepte, kaufen Sie die notwendigen Zutaten ein und verwandeln Sie Ihren Klassenraum in eine deutsche Backstube. Guten Appetit!

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