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Kultur

"Nurejew" ab Dezember im Bolschoi-Theater

Das mit Spannung erwartete Stück über den berühmten sowjetischen Balletttänzer Rudolf Nurejew wird noch im Dezember in Moskau aufgeführt. Dem hat der unter Hausarrest stehende Regisseur Serebrennikow zugestimmt.

Die Uraufführung des Stücks "Nurejew" solle nun am 9. und 10. Dezember stattfinden, wie Bolschoi-Direktor Wladimir Urin am Freitag mitteilte. Das Stück über den Startänzer Rudolf Nurejew (im Bild oben), der 1961 in den Westen floh und 1993 an Aids starb, war im Juli drei Tage vor der Premiere aus dem Programm gestrichen worden. Zwar hatte Wladimir Urin damals Gerüchte zurückgewiesen, wonach "Nurejew" auf Druck der Behörden abgesetzt worden war und erklärt, dass das Stück nicht aufführungsreif gewesen sei. Allerdings wurde politischer Druck vermutet, denn in dem Stück sollte es unter anderem um Nurejews Homosexualität gehen. Die offene Darstellung von Homosexualität ist in Russland mit Verweis auf Jugendschutzgründe gesetzlich verboten.

Unter Hausarrest

Russischer Regisseur Kirill Serebrennikov wartet im August 2017 in einem Gericht in Moskau hinter Gittern auf seine Anhörung (Foto: picture-alliance/AP Photo/A. Zemlianichenko)

Regisseur Kirill Serebrennikow

Kirill Serebrennikow zählt zu den innovativsten Regisseuren Russlands. Die provokanten Bühnenproduktionen des Kreml-Kritikers erregten immer wieder Anstoß bei Vertretern der Regierung und der orthodoxen Kirche. Als künstlerischer Direktor des Moskauer Gogol-Theater steht er seit August wegen des Verdachts, staatliche Fördermittel veruntreut zu haben, unter Hausarrest. Die Moskauer Kulturszene sieht das Vorgehen auch als Versuch, den kritischen Regisseur mundtot zu machen. 

Bei einem Treffen mit Wladimir Urin habe Serebrennikow sein Einverständnis ergeben, dass sein Choreograf Juri Possochow die Proben leiten könne, zitierte die Nachrichtenagentur Tass den Bolschoi-Direktor. Sollte Serebrennikows Hausarrest aufgehoben werden, werde dieser das Stück selber fertigstellen. Der Arrest gilt zunächst bis zum 18. Oktober.

jhi/pj (dpa/afp)

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