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Fußball

"Nur" noch vier Wochen Winterpause

Wenn am 15. Januar der FC Bayern und Hoffenheim die Rückrunde eröffnen, dann liegen nur knapp vier Wochen Winterpause hinter den Bundesliga-Clubs. Der früheste Beginn seit über 30 Jahren. In der Liga herrscht Skepsis.

Schneeräumer im Schneefall unter Flutlicht (Foto: dpa)

Schnee überzieht weite Teile Deutschlands, und doch soll schon am 15. Januar der Ball wieder rollen in der Fußball-Bundesliga. Das wäre früher kaum vorstellbar gewesen, gab es doch damals noch keine Rasenheizung, waren nur die teuersten Zuschauerplätze in den Stadien überdacht. Aber heute, in Zeiten hochmoderner Fußballarenen, sollte die kalte Jahreszeit kein Grund mehr für Spielabsagen sein. Allenfalls die Anfahrtswege könnten im Einzelfall noch eine Gefahr darstellen.

Eine Eckfahne steht auf einem schneebedeckten Spielfeld (Foto: dpa)

Wenn der Winter den Ball ruhen lässt ...

Vor einem Jahr war die Verkürzung der Winterpause in der Bundesliga mit Blick auf die WM im Sommer in Südafrika beschlossen worden, inzwischen haben sich die Betroffenen nach anfänglicher Skepsis damit abgefunden. "Die Vorbereitung auf die Rückrunde ist so nur zwei Wochen lang, aber man muss auch nicht im Ausdauerbereich arbeiten", versucht Mönchengladbachs Trainer Michael Frontzeck der Umstellung einen positiven Aspekt abzugewinnen: "Nach einer Woche Urlaub gibt es in diesem Bereich keinen Nachholbedarf."

Keine Zeit mehr für Aktivurlaub im Süden

Leverkusens Sportchef Rudi Völler (Bild: DW)

Gegner der kurzen Winterpause: Rudi Völler

Tummelten sich in den letzten Jahren alle deutschen Clubs in den warmen Gefilden Portugals, Spaniens oder der Türkei im Trainingslager, so bleiben in diesem Winter vier Erstligisten zu Hause. Bayer Leverkusen, 1899 Hoffenheim, Hannover 96 und der VfL Bochum verzichten auf weite Reisen. "Wenn wir das Trainingslager im Ausland machen, verlieren wir zwei Tage durch die Reise. Da wollen wir doch lieber jede Trainingseinheit nutzen", sagt Leverkusens Trainer Jupp Heynckes. Dessen Sportchef Rudi Völler gehört zu den größten Gegnern der verkürzten Winterpause: "Mir kann keiner erzählen, dass es im Januar bei dieser Witterung Spaß macht, im Stadion zu sitzen", kritisiert der Weltmeister von 1990.

Die Leverkusener scheinen allesamt nicht glücklich zu sein mit der neuen Lösung. Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser konnte sich einen Seitenhieb auf die Nationalmannschaft nicht verkneifen. Es könne nicht sein, dass die Liga im Winter unter erschwerten Bedingungen spiele, "während die Nationalmannschaften im Sommer auf grünem Rasen kicken können."

Die Topligen kennen keine Weihnachtferien

Michael Ballack im Trikot des FC Chelsea (Foto: picture alliance)

Seit Michael Ballack in England spielt, gibt´s keine Weihnachtsferien mehr

Die WM war allerdings nicht der einzige Grund für die Verkürzung. Die so genannten englischen Wochen, also die Spieltage während der Woche, werden in der gesamten Rückrunde entfallen - und das soll zu einer merklichen Entlastung der vielbeschäftigten Profis führen. Zudem haben FIFA und UEFA den Monat Mai quasi für sich geblockt und damit die Freiräume der nationalen Ligen stark eingeschränkt.

Gut möglich also, dass der verkürzte Weihnachtsurlaub zur Dauerlösung wird - für die kommende Saison ist eine dreieinhalbwöchige Pause schon beschlossen. Damit stehen die Bundesliga-Kicker aber immer noch recht gut da im internationalen Vergleich: In Italien hatte die Serie A in diesem Winter nur vom 21.12. bis zum 6.1. Pause, in England wurde sogar am 26. Dezember und am 30. Dezember gespielt und am 9. Januar geht es schon wieder weiter und in Spanien bestand auch keine allzu große Gefahr für die Angestellten der Primera Division, dass die Weihnachtsplätzchen ansetzen könnten: hier dauerte die Pause in diesem Winter gerade mal vom 21.12. bis zum 2. Januar.

Wer den Winterurlaub gerne ausgiebig genießen möchte, der sollte über einen Wechsel nach Skandinavien nachdenken. In Norwegen und Schweden beginnt die Saison traditionell Mitte März und Endet Anfang November. Viereinhalb Monate Pause - allerdings dürften Schnee und Kälte so weit im Norden ein nachvollziehbarer Grund für ausgedehnte Ferien sein - und dafür wird dort dann im Sommer durchgespielt.

Autor: Tobias Oelmaier (sid, dpa)
Redaktion: Wolfgang van Kann