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Fußball

Nur noch 90 Minuten

Selten war es am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga so spannend wie in dieser Saison. Drei Mannschaften können noch nach dem Meistertitel greifen, sogar vier Teams sind noch vom Abstieg bedroht.

Jubel Grafite und Edin Dzeko

Grafite (li.) und Edin Dzeko sollen es für den VfL Wolfsburg richten

Schon ein Punkt reicht! Dem VfL Wolfsburg, der mit zwei Punkten Vorsprung Tabellenführer ist, genügt bereits ein Unentschieden zu Hause gegen Werder Bremen, um die erste Meisterschaft in der Vereinsgeschichte perfekt zu machen. Klingt nach einer machbaren Aufgabe, allerdings treibt genau dies dem Wolfsburger Trainer Felix Magath die Sorgenfalten auf die Stirn. Denn: nicht nur die Fans sind ihm seit der Vorentscheidung vom vergangenen Wochenende etwas zu euphorisch. "Leider wird auch um die Mannschaft herum fast nur noch über die Feierlichkeiten gesprochen", so Magath. "Die Spieler dürfen eben nicht vergessen, dass wir vorher erstmal noch unsere Arbeit machen müssen."

Und das gegen eine Bremer Mannschaft, die nach dem verlorenen UEFA-Cup-Finale angeschlagen auf dem Wolfsburger Rasen stehen wird. Aus Magaths Sicht ist das nicht unbedingt ein Vorteil. "Mir wäre es lieber gewesen, Bremen hätte gewonnen und wäre zufrieden nach Wolfsburg gefahren. Denn, zufriedene Spieler sind manchmal nicht ganz so leistungsbereit. Unzufriedene sind da schon gefährlicher."

Jupp Heynckes, Felix Magath und Markus Babbel

Jupp Heynckes, Felix Magath und Markus Babbel können noch Meistertrainer werden

Echtes Finale in München

Auf einen Ausrutscher der Wölfe wartet man in München. Und das sowohl bei den Bayern, als auch bei Gegner Stuttgart. Verliert Wolfsburg, ist der Sieger des Verfolgerduells Bayern gegen Stuttgart Deutscher Meister. "Bayern ist schon einige Male auf den letzten Drücker Meister geworden", sagt Bayerns Kapitän Mark van Bommel, der noch gute Chancen für sein Team sieht. "Nichts ist unmöglich."

Jubel Mario Gomez

Jubelt Mario Gomez auch gegen München?

Das klingt selbstbewusst, aber trotzdem haben die Münchner weiche Knie. Verlieren sie gegen Stuttgart sind sie nicht direkt für die Champions League qualifiziert. Gewinnt noch dazu der Vierte Hertha BSC Berlin gegen Schlusslicht Karlsruhe, dann heißt es wie schon vor zwei Jahren: Willkommen im UEFA-Cup! Ein Horrorszenario für die Bayern, auch wenn der UEFA-Cup in der kommenden Saison "Europa League" heißt. Spielverderber für die Bayern könnte ausgerechnet einer werden, der in der nächsten Saison vielleicht auch in München spielen wird: Stuttgarts stets selbstbewusster Torjäger Mario Gomez. "Wir haben einen wahnsinnigen Lauf", meinte er vor dem Spiel. "Wir haben viel Selbstvertrauen und wir fahren nach München, um das Spiel zu gewinnen. Und ich glaube, das werden wir auch tun."

Fernduell um den Europa-League-Einzug

Eine Etage tiefer gibt es ein Fernduell zwischen Borussia Dortmund und dem Hamburger SV um den fünften Platz, der zur Teilnahme an der "Europa League" berechtigt. Hamburg bekommt es mit bereits geretteten - und daher möglicherweise unmotivierten - Frankfurtern zu tun. Dortmund trifft auf die andere Borussia aus Mönchengladbach. Der fehlt noch genau ein Punkt, um den Abstieg zu vermeiden und ihren 15. Tabellenplatz zu verteidigen.

Aus vier mach zwei plus eins

Jörg Berger beim Training

Jörg Berger hatte nicht viel Zeit, seine Spieler einzustellen

Deutlich dünner ist die Luft dagegen auf dem Relegations- und den Abstiegsplätzen für Bielefeld, Cottbus und Karlsruhe. Bielefeld und Cottbus müssen auf eine hohe Mönchengladbacher Niederlage hoffen und gleichzeitig selbst hoch gewinnen, um sich zu retten. Karlsruhe könnte durch einen Sieg gegen Berlin nur noch auf den 16. Platz klettern und müsste dann versuchen, in der Relegation den Klassenerhalt zu sichern.

Die Bielefelder treten zu Hause gegen Hannover mit neuem Trainer an. Einen Spieltag vor Schluss musste Michael Frontzeck gehen, Jörg Berger übernahm. Er hat in seiner langen Karriere schon oft Vereine vor dem Abstieg gerettet und weiß, worauf es ankommt. "Es ist eine Frage des Kopfes, eine mentale Frage", so Berger. "80 bis 90 Prozent spielen sich im Kopf ab."

Bielefeld muss vier Tore auf Mönchengladbach gut machen, Energie Cottbus sogar sieben. Trotz des Rückstands hofft Trainer Bojan Prasnikar vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen auf die Einstellung seiner Spieler. "Wir müssen uns maximal auf unser Spiel konzentrieren. Wenn wir unseren Job richtig machen, haben wir noch eine echte Chance."

Deutsche Welle einschalten und mitfiebern

Um nichts mehr geht es beim Spiel 1. FC Köln gegen VfL Bochum. Ebenfalls gar keinen Druck mehr haben die Spieler von Schalke und Hoffenheim. Bei ihrem Duell zum Saisonfinale fällt lediglich noch die Entscheidung, wer in der Abschlusstabelle am Ende auf Rang sieben stehen wird.

Das spannendste Saisonfinale der vergangenen Jahre können Sie am Samstag (23.05.2009) selbstverständlich bei uns mitverfolgen. Ab 16:05 MESZ überträgt die Deutsche Welle live.


Autor: Andreas Ziemons
Redaktion: Arnulf Boettcher

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