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Irak

Nur noch 250 Quadratmeter für IS in Mossul

Das irakische Militär meldet aus Mossul weitere Fortschritte: Es drängte die Terrormiliz IS nach eigenen Angaben auf einen kleinen Landstreifen am Fluss Tigris zurück. Die letzte IS-Stellung soll noch diese Woche fallen.

Irak | Gefecht in Mossul (REUTERS/A. Al-Marjani)

Ein irakischer Panzer feuert auf Positionen des "Islamischen Staates" in der Altstadt von Mossul

Einst war die nordirakische Großstadt Mossul eine Hochburg der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Jetzt halten ihre letzten Aktivisten nur noch ein Mini-Areal in der Altstadt. Dort versuchten einige hundert Kämpfer verzweifelt, die angreifenden irakischen Einheiten abzuwehren, teilte ein hochrangiger Militärvertreter mit. Dazu setzten sie Selbstmordattentäter ein, die sich inmitten von Zivilisten in die Luft sprengten. Ein Vertreter der internationalen Koalition aufseiten des Irak sagte, das Gebiet unter Kontrolle des IS umfasse nicht mehr als 250 Quadratmeter. Der kanadische Brigadegeneral Dave Anderson sagte in Bagdad, der IS stehe am Ufer des Tigris "auf seinen absolut letzten Beinen". Anderson überwacht das Training lokaler Einheiten durch die US-geführte Militärkoalition.

Die irakische Armee rechnet damit, die letzte Stellung des IS in Mossul noch in dieser Woche zurückzuerobern. Sie hatte ihre Offensive vor mehr als acht Monaten begonnen. Dem IS diente die Metropole Mossul als faktische Hauptstadt im Irak. Zuletzt konzentrierten sich die Kämpfe auf die engen Altstadt-Gassen rund um die Al-Nuri-Moschee, wo IS-Chef Abu Bakr al Baghdadi 2014 ein Kalifat ausgerufen hatte. Die Islamisten sprengten vor kurzem das Gebäude, nachdem die Einnahme durch irakische Einheiten absehbar war.

Viele Zivilisten eingeschlossen

In Mossul stecken nach Angaben der Vereinten Nationen noch viele Zivilisten zwischen den Fronten fest, während sich die irakische Armee weiter erbitterte Gefechte mit den letzten Kämpfern des IS liefert. Derzeit könnten noch bis zu 20.000 Zivilisten in den letzten umkämpften Zonen der Altstadt sein, sagte die UN-Hilfskoordinatorin für den Irak, Lise Grande, der Nachrichtenagentur AFP.

Die Zivilisten seien durch Schusswechsel und Luftangriffe "in großer Gefahr". Zudem würden die IS-Kämpfer sie ins Visier nehmen, wenn sie zu fliehen versuchten, sagte Grande. Ihre Lebensbedingungen seien "furchtbar", da es an allem fehle. Von den 915.000 Einwohnern, die seit Beginn der Offensive vor acht Monaten geflohen seien, hätten noch immer 700.000 nicht zurückkehren können.

Video ansehen 02:15

Mossul: Zivilisten in verzweifelter Lage

500 Häuser zerstört und 5.500 beschädigt

Besonders im Westen der Millionenstadt seien mehrere Stadtteile völlig verwüstet. Von den 44 Wohnvierteln seien sechs komplett und 22 teilweise zerstört. Laut Grande wird der Wiederaufbau von West-Mossul mehr als 700 Millionen Dollar kosten.

Die Stadt war im Juni 2014 praktisch kampflos in die Hände der Extremistengruppe gefallen, die daraufhin ein "Kalifat" in Teilen Syriens und des Iraks ausrief. Seitdem verlor sie jedoch die meisten Gebiete unter ihrer Kontrolle. Nach langer Vorbereitung startete die irakische Armee im Oktober mit Unterstützung schiitischer Milizen und der US-Streitkräfte eine Offensive auf Mossul, die nun kurz vor dem Abschluss zu stehen scheint.

kle/qu (afp, rtr)

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