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Nur nicht den Faden verlieren

Den Faden verliert jeder einmal: der Lehrer, die Rednerin, der Moderator – auch ein Kabarettist in einer Glosse über den Faden. Fade ist diese deshalb aber noch lange nicht! Da beißt die Maus keinen Faden ab …

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Nur nicht den Faden verlieren – die Folge als MP3

Der Faden, ja der Faden lässt sich weit zurückverfolgen, historisch natürlich als der ariadnische Faden, und aus der eigenen Historie, ja da ist der Faden fast jedem ein hautnah bekannter.

Wer den Faden verliert, kann weiterspinnen

Direkt nach dem Freischwimmer, was kam da? Der Fadenschwimmer – ja der heißt so, weil man dann keinen trockenen Faden mehr auf dem Leib … Nein, das ist blöde. Der Name rührt her vom alten nautischen Längenmaß. Ein Faden entspricht circa 1, 80 Meter. Der Fadenschwimmer zeigt also an, wie tief einer sinken kann. Ja, ich weiß. Das ist nicht lustig.

Aber es hieß ja: Machen Sie doch mal einen faden Beitrag über … Ach nein. Machen Sie mal einen Beitrag über den Faden. Ja, und, na ja. Wer den Faden hat, braucht für den … Oder? Jetzt hab ich den Faden verloren. Aber ich bin Pfadfinder. Also, da ist er ja auch wieder! Den Faden spinn ich jetzt fein weiter, mache ich ja garn – gern. Und versuche auch, Sinn einzufädeln.

Wer den Faden verliert, muss sich keinen Strick nehmen

Ein Seil mit Henkersknoten hängt an einem Ast

Niemand sollte gleich den Strick nehmen wollen ...

So, also, als Sinnfad, der Seefahrer, genug Seemannsgarn vorfädig hatte, war er bereit zu großen Faden. Und Sinnfad ging auf Pfadamt … Verdammt! Nein, hab ich schon wieder den Faden ver…, ver…, ver…? Na? Aber wer heutzutage den Faden verliert, braucht sich darum keinen Strick zu nehmen. Er spinnt einfach weiter. Sagt, er wäre Comedykünstler. Nein, besser: Er wäre Superstar, oder Sozialdemokrat, oder sonst wie auf der Suche nach Sinn.

Das ist natürlich Quatsch! Ein Faden bringt nix. Ein Faden hat keinen Nährwert. Nein, nicht mal ein Mäuschen biss doch je einen Faden ab. Und die Mäuschen, die fressen doch alles. Also, wozu Faden? Wer sät, dem geht die Saat auf. Aber wer näht, dem geht die Naht auf. Und das ist ja nun kein Nutzen.

Der Faden als Handlungsanleitung

Dennoch, der Faden ist in der Tat eine Handlungsanleitung. Ja, ist er. Da beißt die Maus … Ach, das hatte ich ja schon. Also, ich nehme den Faden wieder auf. Der „Faden“ als Handlungsanleitung? Ja, er ist eine Handlungsanleitung, aber was für eine. Ja, zum einen nur eine schlechte, und zum anderen nur eine halbe. Das zweite Halbe heißt: „Strich“. Und wozu leiten die beiden an? Strich und Faden? Was geschieht nach ihrem Vorbild? Nach Strich und Faden wird betrogen, nach Strich und Faden wird verprügelt, nach Strich und Faden wird verar

Ein Mann hält mit einer Hand die Fäden einer Marionette

Meist ist es vorteilhaft, die Fäden in einer Hand zusammenlaufen zu lassen

Tolles Vorbild jedenfalls. So ist die Welt. Das Schlechte siegt. Und es wird gefördert aus Gründen, die man nicht umsonst fadenscheinig schimpft. Da behauptet man neuerdings schon frech, es wäre wichtig, nicht bloß einen Faden zu halten, nein gleich alle zusammen, so dass alle Fäden in einer Hand zusammenlaufen, damit man weiß, was passiert und es beeinflussen kann, es verdichten kann.

Der Dichter braucht den roten Faden nicht

Indes: „Der Dichtung Faden lässt sich heut nicht fassen; / Ich bitte, mir die Blätter weiß zu lassen!“, sagt Goethe. Typisch. Immer der. Da redet man sich den Mund fusselig. Dann kommt der Goethe, sagt irgendwas von weißen Blättern, und man selbst sucht einen roten Faden. Schluss! Dann doch lieber einen faden Roten. Prost!



Glossar

Faden, - (m.) – ein Tiefenmaß in der Seefahrt

Ariadnefaden (m., nur Singular) – Begriff aus der griechischen Sagenwelt: Theseus fand mithilfe des Fadens der Prinzessin Ariadne den Weg aus dem Labyrinth

Freischwimmer, -er (m.) – das erste von drei früher gängigen Schwimmabzeichen

Fahrtenschwimmer, - er (m.) – das zweite von drei früher gängigen Schwimmabzeichen

sich einen Strick nehmen – umgangssprachlich für: sich umbringen

etwas ein|fädeln – hier umgangssprachlich für: etwas zustande bringen, hinbekommen

spinnen – hier umgangssprachlich für: sich weitere, nicht realistische Gedanken machen

tief sinken – umgangssprachlich für: am Ende sein, ruiniert sein

Pfadfinder /Pfadfinderin – Mitglied einer internationalen, politisch unabhängigen Jugendorganisation

sich den Mund fusselig reden – hier umgangssprachlich für: erfolglos versuchen, etwas zu erklären



Arbeitsauftrag
Bearbeitet diese Glosse in eurer Lerngruppe. Der Autor spielt mit Begriffen, verwendet Alliterationen oder Wörter, die nicht stimmen. Findet die Fehler heraus und korrigiert sie. Fasst anschließend schriftlich zusammen, was uns der Autor – besonders mit dem letzten Absatz – sagen will.

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