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Abrüstung

Nur mäßige Beteiligung an Ostermärschen

Die Krise in der Ukraine hat Ängste vor einem neuen militärischen Konflikt geweckt. Frieden wünschen sich zwar viele, aber zur Teilnahme an den traditionellen Ostermärschen konnten sich nur relativ wenige aufraffen.

Mit Ostermärschen in etlichen Städten hat die Friedensbewegung auch am Sonntag für Frieden, Abrüstung und gegen die weitere Nutzung von Atomenergie demonstriert. Beim Ostermarsch Rhein/Ruhr, einem der traditionsreichsten Veranstaltungen der Friedensbewegung, startete ein Fahrradcorso mit rund 100 Teilnehmern von Essen nach Bochum. Zum Auftakt der rollenden Demonstration protestierten die Atomkraft- und Kriegsgegner vor der Konzernzentrale des Energieversorgers RWE in Essen gegen die Urananreicherungsanlage in Gronau, an der das Unternehmen Anteile hält.

Björn Ahaus von Greenpeace forderte in Essen die Stilllegung aller Atomkraftwerke in Deutschland sowie die Abschaffung sämtlicher Atomwaffen, die sich noch auf deutschem Boden befinden. Auch gegen die Abschottung der europäischen Grenzen wollten die Demonstranten rund fünf Wochen vor der Europawahl ein Zeichen setzen. "Flüchtlinge dürfen nicht mit Gewalt von den Grenzen abgewiesen werden", verlangte Joachim Schramm, Sprecher des Organisationskreises Ostermarsch Rhein/Ruhr.

Hauptthema Ukraine

Ostermärsche gab es am Sonntag unter anderem auch in Wiesbaden, Mainz, Köln, Gifhorn und Frankfurt/Oder (siehe Artikelbild). Ein zentrales Thema ist in diesem Jahr die aktuelle Ukraine-Krise. Kundgebungsredner warnten nach Angaben der Veranstalter an mehreren Orten "vor einer Wiederkehr nationalistischer und chauvinistischer Tendenzen auf allen Seiten". Auch eine weitere Osterweiterung der NATO wurde abgelehnt.

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, rief angesichts der Lage in der Ukraine, Syrien und Afrika zur Teilnahme an Ostermärschen auf: "Lasst uns für Frieden beten und in den Ostermärschen dafür auf die Straße gehen", erklärte Junkermann in ihrer Osterpredigt in Magdeburg.

Fernziel: Welt ohne Atomwaffen

Weitere Themen der Ostermärsche sind auch in diesem Jahr der Ruf nach einem Abzug der Bundeswehr aus Auslandseinsätzen sowie die Forderung nach Abrüstung. Erneut wurde ein Verbot von Landminen und Kampfdrohnen gefordert. Die Friedensbewegung erinnert zudem an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 und den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren. "Die Friedensbewegung hält fest an ihrer Vision von einer Welt ohne Atomwaffen, von einem entmilitarisierten Europa der Völkerverständigung und einem Deutschland, von dessen Boden kein Krieg, sondern Frieden ausgeht", erklärte das zentrale Ostermarschbüro in Frankfurt am Main.

Die Ostermärsche für Frieden und Abrüstung, die am Karfreitag begonnen hatten, finden in diesem Jahr nur mäßigen Zulauf. Am Samstag waren in mehreren Städten einige tausend Menschen auf die Straße gegangen. Für Ostermontag sind deutschlandweit zahlreiche weitere Aktionen geplant. In den 1980er Jahren hatte das atomare Wettrüsten zwischen Ost und West bis zu eine Million Menschen zu den Ostermärschen gelockt.

kle/hf (epd, afp, dpa)