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Nur keine Schadenfreude!

Schadenfreude ist für manche eine wahre Freude, ein Schadensfall etwas, was meist teuer werden kann. Ein positives Image hat der Begriff „Schaden“ nicht. Sehr schade! Denn man kann durch ihn klug werden – wenn man will.

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Nur keine Schadenfreude!

Ein Orkantief hat dafür gesorgt, dass in vielen Gebieten des Landes die Flüsse über die Ufer traten, Bäume wie Streichhölzer umknickten oder Erdbeben ganze Dörfer dem Erdboden gleichmachten: Sätze wie diese sind uns aus Nachrichten vertraut. Genauso wie der Satz: „Es gab Schäden in Millionenhöhe.“ Oder wenn es dann doch nicht so schlimm war, wird von einem „geringen Ausmaß der Schäden“ gesprochen. 

Schaden: die Begriffserklärung

„Schaden“, maskulin, ist laut Definition „etwas, das einen gegebenen Zustand zum Schlechten verändert“. Der Begriff leitet sich ursprünglich ab aus dem germanischen „skaþōn“ und entwickelte sich über das althochdeutsche „scado“ und das mittelhochdeutsche „schade“.

Schaden entsteht, wird herbeigeführt oder zugefügt. Wer „jemandem schadet“, ist – juristisch gesprochen – ein „Schädiger“. Vorsätzliche Beschädigung von Personen und Sachen ist eine Straftat, ein Fall der vor Gericht behandelt wird.

Der Schadensfall und die Bagatellschäden

Kratzer und Rost am rechten hinteren Kotflügel eines Autos (Fotolia/Marco2811)

Ein Bagatellschaden, kein großer Schadensfall

Das ist nicht zu verwechseln mit einem „Schadensfall“. Unter diesem Fachausdruck aus dem Versicherungswesen ist beispielsweise ein Autounfall zu verstehen. Wichtig bei der Schadensfeststellung ist, ob es einen „Personenschaden“ gegeben hat – im schlimmsten Fall mit Todesfolge – oder nur einen „Sachschaden“.

Vielleicht war es aber doch eher ein „Bagatellschaden“, etwa eine Beule im Kotflügel. Die Schadensregulierung richtet sich in erster Linie danach, welche Art der Schadenversicherung überhaupt besteht. Das kann jeder Versicherungsnehmer, der ein Gefährt versichern muss, bei Abschluss eines Vertrages selbst entscheiden. Da jeder, der einen anderen geschädigt hat, schadenersatzpflichtig ist, kann die Schadensregulierung ein teurer Spaß werden, besonders dann, wenn keine oder nur eine geringe Schadensdeckung besteht.

Langzeitschäden

Ein Pelikan mit ölverschmierten Gefieder steckt im Ölschlamm fest nach einer Tankerkatastrophe (AP)

Die Natur leidet unter Langzeitschäden beispielsweise durch eine Ölpest

Trotz allem sind Schäden dieser Art kaum der Rede wert, betrachtet man die Schäden durch Naturkatastrophen oder durch von Menschen herbeigeführte Katastrophen wie beispielsweise Tankerhavarien.

Die direkten materiellen Schäden bringen gewaltige ökonomische und ökologische Schäden mit sich, von den „Langzeitschäden“ gar nicht zu sprechen.

Die betroffenen Menschen „tragen“ mitunter schwere „psychische Schäden davon“, für die es ohnehin keinen Schadensersatz geben kann. Damit Schäden in Zukunft nicht mehr passieren, könnte natürlich auch über Schadenverhütung nachgedacht werden.

Die Schadenfreude ist keine wahre Freude

Symbolbild: Ein junger Mann streckt in abwehrender Geste den rechten Arm nach vorne (Colourbox/expressiovisual)

Ein „Bleib mir bloß weg“ dürfte kaum helfen!

Die umgangssprachliche Beschwörungsformel „Weg mit dem Schaden!“ dürfte hier allerdings nur in den seltensten Fällen helfen. Womit wir in der Abteilung der übertragenen Bedeutungen und Redewendungen gelandet sind. Ganz oben auf der Liste steht da die „Schadenfreude“.

Es gibt doch wirklich Zeitgenossen, die sich über Missgeschicke, Misserfolge oder was auch immer im Leben anderer schief gehen kann, freuen. Ein Beispiel: Der Nachbar reibt sich grinsend die Hände, wenn man das nagelneue Auto gegen einen Pfosten setzt, der – natürlich! – nie im Leben vorher dort gestanden hat.

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen

„So was auch! Das schöne, neue Auto!“, schallt es hämisch von der anderen Straßenseite rüber. Es „könnte“ mitunter „nicht schaden“, wiederführe solchen unserer Mitmenschen ein ähnliches Missgeschick.

Dann könnte man selbst den Nachbarn „mit Spott und Häme überschütten“ und ihm freudig ein: „Tja, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“ entgegenschleudern. „Schadenfreude ist“ doch – manchmal zumindest – „die reinste Freude“! Unser Schaden ist es in dieser Situation nicht!

Wie schade!

Ob schadenfrohe Menschen „durch“ oder „aus Schaden“ tatsächlich „klug werden“ und sich Gedanken über ihr Verhalten machen, wäre wünschenswert. Die Erfahrung aber lehrt leider, dass das nur selten gelingt. Sehr schade eigentlich! Für durch und durch schadenfrohe Menschen muss man „sich“ einfach „zu schade sein“, sie sind es nicht wert, dass man sich mit ihnen abgibt. Um den Nachbarn ist es eigentlich schade. Er schien ein so netter Mann zu sein.

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