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Asien

Nummer drei von El Kaida angeblich getötet

Die islamistische Untergrundorganisation El Kaida hat im Internet eines ihrer Führungsmitglieder, Mustafa Abu el Jasid, für tot erklärt. Die USA gehen davon aus, dass dies stimmt.

Mustafa Abu el Jasid (Foto: AP)

Die Nummer drei des El-Kaida-Netzwerks soll tot sein: Mustafa Abu el Jasid

Er galt als die Nummer drei der Terrororganisation El Kaida: Mustafa Abu el Jasid. Sein Tod wurde auf Internetseiten der Untergrundorganisation bekannt gegeben, Einzelheiten wurden dort aber nicht genannt. Im Text ist lediglich von seinem "Märtyrertum" die Rede. Weiterverbreitet wurde die Information von dem US-Unternehmen SITE, das auf islamistische Websites spezialisiert ist. Seitens der US-Regierung in Washington hieß es am Montag (31.05.2010), Jasid sei wahrscheinlich in den unruhigen pakistanischen Stammesregionen getötet worden, womöglich bei einem US-Luftangriff vor etwa einer Woche. Im Sinne der Terrorismusbekämpfung wäre das ein großer Sieg, erklärte ein Regierungsvertreter. Die USA greifen im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan immer wieder Ziele mit unbemannten Drohnen an.

Hände "überall drin gehabt"

Bild aus einem Video: vermummter Mann mit geballter Faust (Foto: dpa)

Eines von vielen Drohvideos des El-Kaida-Netzwerks

Der aus Ägypten stammende 54-Jährige war nach Einschätzung von Experten der Schatzmeister von El Kaida und deren Verbindungsmann zu den Taliban in Afghanistan. Nach Osama bin Laden und Aiman al Sawahiri galt er als wichtigster Mann der terroristischen Organisation, bekannt auch unter den Namen Scheich Said und Abu Sajed l Masri. Ein US-Beamter sagte ABC News, Jasid habe bei El Kaida "seine Hände überall drin gehabt, von den Finanzen bis hin zur Einsatzplanung". Er sei für das Terrornetzwerk eine Schlüsselfigur gewesen.

Dagegen geht Jasser el Sirri, Direktor der in London ansässigen Forschungseinrichtung Islamic Observatory, davon aus, dass Jasid trotz seines hohen Ranges nie militärische Verantwortung im harten Kern von El Kaida übernommen habe. Deshalb werde an den Einsatzmodalitäten von El Kaida sich nichts ändern.

Geldtransfers für Attentäter

Jasid war in jedem Fall an der Gründung von El Kaida im Jahr 1989 beteiligt und ein Schwager des Terroristenchefs Osama bin Laden. Lange Zeit war er für die Geldverteilung innerhalb der Organisation zuständig. Er stand auf der Liste der Personen und Organisationen, deren Guthaben nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York vom US-Finanzministerium eingefroren wurden. Die US-Bundespolizei FBI geht davon aus, dass Jasid drei der Attentäter vom 11. September durch Geldtransfers über Dubai finanzierte. Zu sehen war Jasid - ein bärtiger Mann - in zahlreichen El-Kaida-Videos. Seine letzte Internet-Erklärung stammt - so SITE - vom 4. Mai, seine erste vom Mai 2007. Damals war er von Ägypten nach Afghanistan eingereist. Am Nil hatte er dem islamischen Dschihad angehört. Im Zusammenhang mit der Ermordung des damaligen Präsidenten Anwar el Sadat 1981 saß eine Weile im Gefängnis.

SITE berichtete auch von El-Kaida-Mitteilungen an islamistische Foren, in denen es hieß, Jasids Frau, drei seiner Töchter, eine Enkeltochter sowie andere Männer, Frauen und Kinder seien ebenfalls getötet worden. "Sein Tod wird auf den Ungläubigen wie ein Fluch lasten. Die Antwort naht", heiße es darin. Ein US-Beamter erläuterte. El Kaida sei weiterhin "extrem gefährlich" und entschlossen, die USA zu treffen.

Autor: Herbert Peckmann (afp, apn dpa, rtr)

Redaktion: Eleonore Uhlich

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