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Fußball

Nullnummer im Traditionsduell

Hamburg und Bayern produzieren zum Auftakt der 9. Runde keine Tore. Am Samstag fragt sich die Liga: Wie reagiert Mainz auf die erste Niederlage? Schafft Schalke den zweiten Sieg? Für Einige könnte ein Neustart anstehen.

Van Nistelrooy und Pitroipa (v.l.) im Dreikampf mit Pranjic (Foto: AP)

Van Nistelrooy und Pitroipa (v.l.) im Dreikampf mit Pranjic

Es war viel geschrieben, spekuliert und gerechnet worden, doch am Ende trennten sich der Hamburger SV und Rekordmeister Bayern München mit einem mageren 0:0. Zum Auftakt des 9. Bundesliga-Spieltages konnte sich keine der beiden Traditionsmannschaften im mit 57.000 Zuschauern ausverkauften Hamburger Stadion entscheidende Vorteile erarbeiten. Die größte Möglichkeit vergab der Hamburger Mittelfeldakteur Jonathan Pitroipa, der in der 81. Minute nur den rechten Pfosten traf.

Der HSV verpasste mit nun 15 Punkten den Sprung auf Platz drei, die Münchner hängen mit 12 Zählern als Neunter weiter im Tabellenmittelfeld fest. "Natürlich wollten wir hier drei Punkte mitnehmen, aber da der HSV in der Schlussphase die große Chance zum Sieg hatte, muss man mit dem einen Zähler zufrieden sein", urteilte Bayern-Kapitän Philipp Lahm nach seinem 200. Bundesliga-Spiel. Und ergänzte: "Schließlich ist der HSV ja auch nicht irgendwer." So sah es auch dessen Spielführer Heiko Westermann: "Wir hatten die besseren Chancen und hätten gewinnen können. Aber ein Punkt ist besser als keiner." Und Marcell Jansen brachte es auf den Punkt: "Wir hätten ein Tor machen müssen!"

Schalke im Aufwind

Raúl jubelt (Foto: AP/Martin Meissner)

In der Champions League war er zwei Mal erfolgreich - trifft Raúl auch wieder in der Bundesliga?

Einen Neuanfang hat er gemacht, die gesamte Mannschaft umgestellt, etliche Millionen Euro investiert und Geduld gefordert – Schalkes Trainer Felix Magath erntet anscheinend so langsam die Früchte seiner oft kritisierten Arbeit. In der Champions League spielten die Neuzugänge Klaas-Jan Huntelaar und vor allem Doppeltorschütze Raúl zusammen mit den altbewährten Kräften streckenweise sehr ansehnlichen Fußball. Ob es gegen Frankfurt auch mit dem zweiten Auswärtssieg der Saison klappt, ist allerdings fraglich. Noch steht Schalke auf dem vorletzten Tabellenplatz und trifft auf einen Gegner, der die letzten drei Spiele allesamt gewonnen und mit Theofanis Gekas einen Stürmer in Topform in seinen Reihen hat: Gekas traf in den letzten vier Spielen fünf Mal und führt gemeinsam mit Papiss Cissé aus Freiburg die Torschützenliste an.

Krisenstimmung am Kölner Geißbockheim

Zvonimir Soldo dirigiert an der Seitenlinie seine Spieler (Foto: AP Photo/Kerstin Joensson)

Genießt angeblich "vollstes Vertrauen": Kölns Trainer Soldo

Eine turbulente Woche hat der 1. FC Köln hinter sich. Sogar eine Krisensitzung nach der Rückkehr von Präsident Wolfgang Overath aus dem Urlaub soll es gegeben haben – jedoch ohne personelle Konsequenzen. Fakt ist: Die Kölner stehen mit nur fünf Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz, haben seit fünf Spielen nicht mehr gewonnen, die wenigsten Tore der Liga geschossen (acht) und müssen nun als schlechtestes Auswärtsteam nach Hannover. Dort waren sie in vier der sechs letzten Duelle unterlegen. Doch auch Hannover ist nach starkem Saisonbeginn ins Straucheln gekommen und hat die letzten beiden Spiele verloren.

Ähnlich wie Hannover ergeht es auch Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern: Nach zwei Siegen zu Saisonbeginn kam nur noch ein Unentschieden hinzu. Die letzten vier Spiele hat Kaiserslautern allesamt verloren. Nun muss der FCK beim Tabellen-Neunten SC Freiburg antreten und will dabei die Nerven behalten. "Wir wussten vorher, dass es eine knüppelharte Saison wird", sagt Trainer Marco Kurz. Gegner Freiburg verlässt sich weiter auf die bewährten Dienste von Torschützenkönig Papiss Cissé, der bisher in allen Heimspielen getroffen hat.

Mönchengladbach gegen Werder: Tore garantiert

Schiedsrichter Michael Weiner (l.) zeigt Mönchengladbachs Juan Fernando Arango die Rote Karte. (Foto: Daniel Maurer/dapd)

Noch ein Mönchengladbacher fliegt vom Platz: Hier Arango

Gewaltig in die Krise getaumelt ist Borussia Mönchengladbach. Beim letzten Saisonspiel in Hoffenheim leistete sich die Borussia ein Eigentor und zwei Platzverweise. Gegen Bremen sind somit insgesamt drei Akteure gesperrt. "Langsam gehen mir die Spieler aus", klagte dann auch Trainer Michael Frontzeck, der mit seinem Team seit sechs Spielen auf einen Sieg wartet. In den letzten fünf Heimspielen gegen Bremen schoss Mönchengladbach immerhin mindestens zwei Tore und holte 13 von möglichen 15 Punkten. Gegner Bremen hinkt ebenfalls den Erwartungen hinterher, steht nur auf Rang elf und verbuchte auswärts erst zwei Punkte, ist aber seit drei Spielen ungeschlagen. Beide Mannschaften haben neben den Stuttgartern die meisten Gegentore der Liga kassiert.

Relegations-Gewinner 1. FC Nürnberg ist erstaunlich souverän in die Saison gestartet, hat schon neun Punkte auf dem Konto und zwei Spiele gewonnen. Da kommt der VfL Wolfsburg gerade recht: Im Schnitt holte Wolfsburg gegen Nürnberg nicht einmal einen Punkt pro Spiel, hofft aber weiter auf die spielmacherischen Fähigkeiten ihres brasilianischen Neuzugangs Diego.

Dortmund auf Rekordkurs

Marcel Schmelzer (v.l.) umarmt Nuri Sahin, während die Dortmunder Neven Subotic, Patrick Owomoyela und Mats Hummels angerannt kommen. (Foto: Juergen Schwarz/dapd)

Neuer Spitzenreiter und auf Rekordjagd: Borussia Dortmund

Wer am Ende des Spieltages ganz oben in der Tabelle stehen wird, entscheidet sich erst am Sonntag. Weil Dortmund, Leverkusen und Stuttgart in der Europa League angetreten sind, spielen sie erst dann. Tabellenführer Dortmund hat Hoffenheim zu Gast und strebt den achten Sieg in Folge an – das wäre dann neuer Vereinsrekord. Der mit 20 erzielten Toren erfolgreichste Angriff der Liga geht als Favorit in die Partie gegen die Hoffenheimer, die in den letzten beiden Spielen sechs Gegentreffer kassierten, aber trotzdem noch auf Platz vier stehen.

Nach dem ersten Punktverlust für Mainz gegen Hamburg muss das Überraschungsteam der Liga nun in Leverkusen antreten. Es ist nicht nur das Duell des Zweiten gegen den Dritten, sondern auch das Duell des jüngsten Trainers (Thomas Tuchel, Mainz) gegen den ältesten Trainer der Liga (Jupp Heynckes, Leverkusen). Beide Teams haben es bisher äußerst offensiv angehen lassen und jeweils 18 Treffer erzielt.

Außerdem spielt am Sonntag noch der Tabellenletzte VfB Stuttgart, der mit seinem neuen Trainer Jens Keller aus der Krise will, gegen den aktuell besten Aufsteiger der Liga, den FC St. Pauli (Platz sechs).

Autorin: Calle Kops / Olivia Fritz
Redaktion: Andreas Ziemons

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