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Aktuell Deutschland

NSU-Zeugin starb an Lungenembolie

Eine Zeugin im Stuttgarter NSU-Untersuchungsausschuss wurde tot aufgefunden. Sie fühle sich bedroht, hatte sie vor ihrer Aussage Anfang März geäußert. Nach Polizeiangaben gibt es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.

Die 20-Jährige sei an einer Lungenembolie gestorben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Karlsruhe in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Dies sei das vorläufige Ergebnis der Untersuchung der Universität Heidelberg. Anzeichen für eine Fremdeinwirkung gibt es demnach nicht.

Die Frau habe in der vergangenen Woche einen leichten Motoradunfall gehabt und sich eine Prellung im Knie zugezogen, so die Behörden. Trotz mehrfacher ärztlicher Behandlung habe diese Verletzung letztlich eine Verstopfung eines Blutgefäßes der Lunge ausgelöst. Ihr Lebensgefährte hatte die junge Frau mit einem Krampfanfall in ihrer Wohnung gefunden. Die Wiederbelebungsmaßnahmen der Ärzte konnten ihr Leben nicht mehr retten.

Steckt mehr hinter dem Tod?

Anfang März hatte die 20-Jährige als Zeugin im NSA-Untersuchungsausschuss des baden-württembergischen Landtags ausgesagt - in einer nicht-öffentlichen Sitzung. Sie fühle sich bedroht, hatte sie zuvor erklärt.

Ein PKW, in dem ein potenzieller Zeuge zum Mord an der Polizistin Kiesewetter verbrannt war, steht am 16.09.2013 auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart-Bad Cannstatt (Foto: Andreas Rosar/dpa)

2013 verbrannte Florian H. in diesem Auto

Bei der jungen Frau soll es sich um die Ex-Freundin von Florian H. handeln, einem ehemaligen Neonazi, der im Herbst 2013 in seinem Autor in Stuttgart verbrannt war. Angeblich soll er gewusst haben, wer die Polizistin Michèle Kiesewetter im Jahr 2007 getötet hat. Deren Ermordung wird den Rechtsterroristen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) zugerechnet. Am Tag seines Todes hatte H. noch einmal von der Polizei befragt werden sollen. Die Ermittlungen in seinem Fall wurden vor Kurzem wieder aufgenommen.

Wegen der Ermittlungen zu den Morden, die dem NSU zur Last gelegt werden, waren im Bundestag sowie in mehreren Landtagen Untersuchungsausschüsse eingerichtet worden. Der Untersuchungsausschuss im Landtag Baden-Württembergs soll die Verbindungen der Terrorzelle in den Südwesten Deutschlands und mögliches Behördenversagen genauer betrachten. Den Rechtsterroristen werden eine überwiegend rassistisch motivierte Serie von zehn Morden, zwei Sprengstoffanschlägen und 15 Raubüberfälle zugeschrieben.

sp/gmf (dpa/afp)

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