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Rechtsterrorismus

NSU-Prozess geht in die Schlussphase

Mehr als vier Jahre dauerte die Beweisaufnahme im NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte. Nun beginnen in München die Plädoyers in dem außergewöhnlichen Verfahren um die NSU-Mordserie.

Deutschland NSU-Prozess in München (Foto: Reuters/M. Rehle)

Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe mit ihrem Anwalt Mathias Grasel

Nach über 370 teils äußerst zähen Verhandlungstagen hat das Münchener Oberlandesgericht die Beweisaufnahme offiziell geschlossen. Am Mittwochvormittag können nun die Plädoyers beginnen. Nach Angaben des Vorsitzenden Richters Manfred Götzl soll als erste Partei die Bundesanwaltschaft plädieren. Bundesanwalt Herbert Diemer hatte mitgeteilt, er sei bereit, benötige dafür aber etwa 22 Stunden, also mindestens drei Verhandlungstage.

Götzl sagte, nach der Bundesanwaltschaft erhielten die Nebenkläger das Wort für ihre Plädoyers. Auch deren Vorträge werden mehrere Tage in Anspruch nehmen, da sie insgesamt über 80 Opfer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) vertreten.

Urteil im September

Letzter bisher geplanter Verhandlungstag ist der 1. August. Die Verteidigung kann ihre Plädoyers mit großer Wahrscheinlichkeit erst nach der einmonatigen Sommerpause vortragen. Anschließend wird das Oberlandesgericht sein Urteil verkünden.

Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe lebte fast 14 Jahre mit den Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund. Während dieser Zeit sollen die beiden Männer insgesamt zehn Menschen ermordet haben, neun davon aus rassistischen Motiven. Zschäpe ist als drittes und einzig überlebendes Mitglied des NSU wegen Mittäterschaft in allen Verbrechen angeklagt. Ihr drohen, ebenso wie dem mutmaßlichen Waffenbeschaffer Ralf Wohlleben, langjährige Haftstrafen.

djo/cr (dpa, br.de)