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Aktuell Welt

NSA soll mehr von Merkel wissen als bekannt

Insider zucken nur mit den Schultern - doch die Öffentlichkeit horcht auf: Der amerikanische Geheimdienst soll die Kanzlerin umfassender abgehört haben als bisher enthüllt. Dabei kam den USA noch einiges mehr zu Ohren.

Angela Merkel im Gespräch (Archivbild: dpa)

"Können Sie mich hören?" Angela Merkel im Gespräch (Archivbild)

Der mutmaßliche Lauschangriff von US-Spionen auf Bundeskanzlerin Angela Merkel scheint noch größere Ausmaße zu haben als bislang bekannt. Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte mehrere als geheim eingestufte Dokumente, denen zufolge der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) unter anderem ein Gespräch Merkels mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon abgehört haben soll.

Laut Gesprächsprotokoll lobte Ban im Dezember 2008 Merkels Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel und ihre Überzeugungsarbeit bei den EU-Kollegen: Die Welt erwarte, dass die Europäische Union ihre Führungsrolle beibehalte. Denn ohne diese Impulse werde es sehr schwierig, bei den anstehenden Klimakonferenzen Fortschritte zu erzielen. In der Unterredung habe der UN-Generalsekretär zudem von einer günstigen Gelegenheit gesprochen, um die Regierung des neu gewählten US-Präsidenten Barack Obama in den Kampf gegen den Klimawandel einzubinden.

Hauptquartier des US-Geheimdienstes NSA in Fort Meade (Archivbild: dpa)

"Research and Engineering": Hauptquartier des US-Geheimdienstes NSA in Fort Meade (Archivbild)

"Sehr schroff"

Dies wollten die USA vermutlich nicht erst im Rahmen der offiziellen Verhandlungen erfahren - ebenso wenig wie die Inhalte eines "privaten" Dreiergesprächs, das Merkel im Oktober 2011 mit dem damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und dem seinerzeit Italien regierenden Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi führte. "Sehr schroff" sei die Begegnung verlaufen. Merkel und Sarkozy hätten den Italiener wegen der drastischen Schuldenlast seines Landes in die Mangel genommen, heißt es in einem Dokument, das auf Äußerungen von Berlusconis außenpolitischem Berater Valentino Valentini zu fußen scheint.

Auch die Telefone von führenden Mitarbeitern der Welthandelsorganisation (WTO) und des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR wurden Wikileaks zufolge angezapft. Der Gründer der Enthüllungsplattform, Julian Assange, erklärte: "Die Reaktion der Vereinten Nationen wird interessant sein, denn wenn der Generalsekretär folgenlos ins Visier genommen werden kann, dann ist jeder in Gefahr - vom Staatenlenker bis zum Straßenkehrer."

jj/SC (dpa, afp)

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