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Kultur

NS-Raubkunstzentrum: Grütters an der Spitze

Kulturstaatsministerin Monika Grütters übernimmt die Leitung des Stiftungsrats für das neue Zentrum zur Suche nach NS-Raubkunst. Museen und Privatleute können dort in Zukunft Hilfe anfordern.

Der Stiftungsrat der neuen Stiftung Zentrum für Kulturgutverluste ist am Donnerstag (22.01.2014) erstmals in Berlin zusammen gekommen. Bei der Sitzung im Bundeskanzleramt wurde Kulturstaatsministerin Monika Grütters zur Vorsitzenden des Aufsichtsgremiums gewählt. Die Stiftung soll öffentliche Einrichtungen bei der Suche nach geraubtem Kulturgut in den Beständen beraten. Zusätzlich sollen künftig auch Privatsammler und Privatmuseen, die vermuten, Raubgut zu besitzen, die Hilfe des Zentrums in Anspruch nehmen können.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte, mit Gründung der Stiftung habe der Bund gemeinsam mit den Ländern und den kommunalen Spitzenverbänden rasch auf den Schwabinger Kunstfund reagiert: 2013 waren beim Kunsthändler Cornelius Gurlitt mehr als 1.000 Werke entdeckt worden, die seit 1945 als verschollen galten. Es wird vermutet, dass es sich bei einem Großteil um NS-Raubkunst handelt. Der Fund hatte eine neue Debatte über die Rückgabe geraubter Kunstschätze entfacht.#

Sitz in Magdeburg

Die praktische Arbeit der Stiftung soll von einem zweiköpfigen Führungsgremium verantwortet werden. Die Stelle des hauptamtlichen Vorstands wurde ausgeschrieben, hier steht jedoch die Entscheidung noch aus. Zum ehrenamtlichen Vorstand ernannte der Stiftungsrat den früheren Direktor der Hamburger Kunsthalle und Kunsthistoriker Uwe Schneede. Grütters hob Schneedes langjähriges Engagement für die Suche nach NS-Raubkunst in öffentlichen Sammlungen hervor. Er verleihe dem Zentrum die notwendige nationale und internationale Reputation, sagte sie. Mit der Berufung von Hermann Simon, dem Direktor des Zentrum
Judaicum in Berlin, zum Vorsitzenden des Förderbeirats gewinne die Perspektive der jüdischen Opfer ein neues Gewicht in den Gremien.

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste wird seinen Sitz in Magdeburg haben, wo bereits die ehemalige Koordinierungsstelle zur Auffindung verschollener Werke beheimatet ist, die nun in der Stiftung aufgeht. Nach Angaben der Kulturstaatsministerin soll das dafür vorgesehene Gebäude ab April bezugsfähig sein. Für die Provenienzforschung stehen seit diesem Jahr jährlich sechs Millionen Euro zur Verfügung.

az/jb (dpa/epd)