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Sport-News

Nowitzki verpasst die NBA-Playoffs

Deutschlands Basketball-Superstar hat es nicht geschafft, sich mit den Dallas Mavericks für die Playoffs zu qualifizieren – dabei gehören Dirk Nowitzki und die "Mavs" dort eigentlich schon zum Inventar.

Mit einem Handtuch über dem Kopf und versteinerter Miene verfolgte Dirk Nowitzki auf der Bank die letzten Sekunden der 91:102-Niederlage seiner Dallas Mavericks gegen die Phoenix Suns. Weil kurz danach die Los Angeles Lakers bei den Portland Trail Blazers dank einer 47-Punkte-Gala von Kobe Bryant mit 113:106 gewannen, haben die "Mavs" bei vier noch ausstehenden Spielen keine Chance mehr auf die Playoffs. "Das war einfach eine schreckliche, enttäuschende Niederlage", sagte Nowitzki. Zwölf Mal in Folge hatte der 34-Jährige Dallas in die Meisterrunde geführt, in der im K.o-System der amerikanische Basketball-Champion ermittelt wird. Nur die San Antonio Spurs haben aktuell eine längere Serie mit 16 Teilnahmen in Folge.

Trotz Knöchelproblemen spielte Nowitzki von Beginn an und war mit 21 Punkten hinter Shawn Marion (22) zweitbester Werfer. Doch wie so häufig in dieser verkorksten Spielzeit agierte das Team von Trainer Rick Carlisle zu schwankend und kassierte gegen die chronisch erfolglosen Suns eine verdiente Niederlage. "Wir alle haben heute die Leistung nicht gebracht, ich stehe ganz oben auf der Liste", sagte Carlisle zerknirscht. Nowitzki nahm das endgültige Aus dagegen fast schon gleichgültig zur Kenntnis. "Wir hatten ohnehin keine große Chance mehr", meinte er. "Unsere Hoffnungen wurden nicht erst heute zerschmettert. Es sah ja schon seit zwei, drei Wochen nicht gut aus." Wochenlang hatten sich die Texaner dennoch an den dünnen Strohhalm geklammert. Doch über die gesamte Spielzeit gesehen hatte es der Champion von 2011 auch nicht verdient, zu den besten acht Teams in der Western Conference zu gehören.

Nowitzki will beim Neuaufbau helfen

Spielszene: Sprungwurf von Dirk Nowitzki gegen Phoenix (Foto: dpa)

21 Punkte von Nowitzki reichten nicht zum Sieg

Nur zwei Jahre nach der umjubelten Meisterschaft von 2011 sind die Texaner damit am Tiefpunkt angelangt und stehen vor einem ebenso langen wie richtungweisenden Sommer. Nachdem es Clubboss Mark Cuban nicht gelungen ist, erneut ein Topteam zusammenzustellen, ist der Milliardär in den kommenden Monaten mehr denn je gefordert. Nur wenn er es schafft, Nowitzki endlich weitere Spitzenspieler an die Seite zu stellen, wird der diesjährige Frühjahrs-K.o. eine Ausnahme bleiben. Sonst droht in Texas wieder jahrelang das Mittelmaß wie in der Vor-Nowitzki-Ära. Beim Aufbau einer guten neuen Mannschaft will Nowitzki auch selbst helfen, wenn Cuban ihn fragt. "Wenn er mich dafür braucht, würde ich das gerne machen", meinte der gebürtige Würzburger. "Wir brauchen ein paar Jungs, die uns wieder auf den höchsten Level bringen können. Wir wollen im Westen zu den vier besten Teams gehören."

Einziger Trost für den deutschen Superstar: Er hat nun viel Zeit, die er gemeinsam mit seiner schwangeren Frau Jessica verbringen kann – die beiden erwarten im Herbst ihr erstes Kind.

asz/sn (dpa, sid)