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Aktuell Europa

Notsignal von Schiff voller Migranten

Zwei Tage nach dem Unglück der Fähre "Norman Atlantic" gab es in der Adria erneut Alarm. Erst hieß es, Hunderte Flüchtlinge seien womöglich in Lebensgefahr. Doch nun gibt die Athener Kriegsmarine Entwarnung.

Ein Notsignal von einem Frachter mit schätzungsweise mehr als 600 Migranten an Bord hat einen umfangreichen Einsatz der griechischen Kriegsmarine ausgelöst. Mehrere Schnellboote der Marine wurden entsandt, ein Hubschrauber überflog den Frachter "Blue Sky M" (Archivbild) westlich der griechischen Insel Korfu und nahm Kontakt mit dem Kapitän auf.

Dieser gab jedoch an, alles sei in Ordnung, das Schiff befinde sich nicht in Seenot. Der Frachter bewegte sich danach aus eigener Kraft in Richtung Italien, wie der griechische Rundfunk unter Berufung auf die Kriegsmarine in Athen berichtete.

Nach einem Notruf hatten die Behörden eine umfangreiche Suchaktion gestartet. Inzwischen gehen sie allerdings davon aus, dass einer der Migranten an Bord die griechische und die italienische Küstenwache alarmierte. Das Schiff befand sich zu dieser Zeit in der Nähe des kleinen griechischen Eilands Othonoi im Nordwesten der Touristeninsel Korfu.

Das Schiff soll griechischen Medienberichten zufolge seit Tagen in der Region des Ionischen Meeres im Westen Griechenland unterwegs gewesen sein. Es wird vermutet, dass Menschenschlepper Migranten aus Westgriechenland abgeholt haben, um sie nach Italien zu bringen.

Internationale Schleuserbanden versuchen immer wieder, Migranten durch das Mittelmeer nach Europa zu schaffen. Tausende Menschen sind dabei in den vergangenen Monaten ums Leben gekommen. Ende November waren rund 600 Migranten aus dem Nahen Osten nach einer Havarie eines Frachters auf Kreta sicher gelandet.

jj/SC (afp, dpa)