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US-Wahl

#NotMyPresident: Proteste und Hoffnung

#NotMyPresident - unter diesem Motto formierte sich auch am zweiten Tag nach den US-Wahlen Protest gegen den neuen Präsidenten Trump. Trotz aller Spaltung bekunden viele US-Bürger Solidarität und Zusammenhalt.

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Weiterhin Proteste gegen Trump

Tausende, vor allem junge Amerikaner haben sich in fast jeder US-Großstadt versammelt, in New York, Seattle, Los Angeles oder Washington. Unter den Demonstranten waren junge Amerikaner, die Minderheiten angehören und jetzt um ihre Rechte fürchten. Sie riefen: "Nicht mein Präsident" und "Trump muss weg". Auf ihren Schildern und Plakaten stand in großen Buchstaben geschrieben: "Wir lehnen den ausgesuchten Präsidenten ab" oder "Finger weg von meiner Pussy", in Anspielung auf die sexistischen Äußerungen Trumps und sein Verhalten gegenüber Frauen. 

Viele von ihnen - wie hier in Louisville - haben Angst, dass es unter Trump zu Rückschritten in Sachen Frauen- undMinderheitenrechte, kommen wird.

 

"Dieses Bild beschreibt am besten, was viele Amerikaner fühlen", meinte die Nutzerin Maryam Wattoo. Auf dem Foto, das sie gepostet hat, hält ein junger Mann ein Pappschild in den Händen, auf dem in großen Buchstaben "entwürdigt" steht. 

Trumps Kritiker meinen, sein Triumph zeige die gespaltene Haltung der US-Bürger gegenüber Themen wie Einwanderung, rassistische und religiöse Abgrenzung sowie Frauen. Dieser Protest scheint die vorprogrammierte Reaktion auf eine schmutzige, spaltende und umstrittene Wahlkampagne zu sein, meint die politisch engagierte Sängerin Lady Gaga. Sie schreibt dazu auf Twitter: "Das Chaos in den USA ist das Ergebnis von Trumps unverantwortlichem Wahlkampf. Er ist kein Vorbild. Schaut euch an, was er verursacht hat."

"Dieser Protest kann nicht mit der Wut über eine Kandidatin, die verloren hat, abgetan werden", meint auch die Userin Candice with an L. "Wir protestieren gegen den Verlust dessen, was Amerika groß gemacht hat."

Demokratie hat entschieden

Vor der Wahl hatte der Republikaner Donald Trump für den Fall angekündigt, dass die Demokratin Hillary Clinton als US-Präsidentin gewählt werden würde, dieses Ergebnis nicht anzuerkennen. Für diese Äußerung erntete er damals von Clinton-Anhängern heftige Kritik. Durch die derzeit anhalten Proteste und aufkeimenden Ausschreitungen am Rande der Demonstrationen sieht sich nun das links-liberale Spektrum ähnlicher Kritik ausgesetzt. Viele Linke akzeptierten das Wahlergebnis nicht, meint Stephen Miller. Es sei verrückt, wie die Medien über diese Gefahr für unser demokratisches Fundament schweigen. 

Trump sei ein demokratisch gewählter Präsident, das Ergebnis müsse akzeptiert werden, meint Katie Conley. Sie tweetete: "Er ist unser Präsident also kommt damit zurecht und hört auf, euch darüber zu beschweren. Hofft einfach das Beste."

Diese Hoffnung spenden sich zum Beispiel New Yorker in einer U-Bahn-Station. Dort kleben sie bunte Post-Its an die gekachelten Wände und teilen sie unter #SubwayTherapie. Auf den kleinen bunten Zettelchen stehen Durchhalteparolen, die die Gesellschaft auffordern, sich nicht weiter spalten zu lassen.

Auf einem der Zettel steht: "Ich bin heute Morgen aufgewacht und musste über die Nachricht, dass Trump unser neuer Präsident ist, weinen. Als Muslimin hatte ich noch nie mehr Angst um mein Leben als jetzt. Aber dann habe ich diese Wand gesehen und mein Glaube an Menschlichkeit war wieder hergestellt.

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