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Kunst

Not amused? Fehlanzeige! Die Queen in Karikaturen

Die Monarchin habe Humor, heißt es, allerdings nur selten Gelegenheit, ihn zu zeigen. Völliger Unsinn. Elizabeth II. beweist ihn andauernd angesichts der schrägen Verehrung, die ihr ihre Untertanen entgegenbringen.

Die Rollen sind klar verteilt: Prinz Philip, der 94-jährige Gemahl von Königin Elizabeth II., weicht selten Fettnäpfchen aus. Während sie gern stoische Zurückhaltung zur Schau trägt, lässt der Herzog von Edinburgh sich den Spaß nicht verderben. Und man könnte sogar den Eindruck bekommen, er lacht am liebsten über sie. Jedenfalls, wenn die Queen als Bardame in der Fernsehserie "Eastenders" hinter der Theke steht. Noch dazu in einer Ausstellung, deren Schirmherr er 2002 war.

Punch!

Punch Magazine Royal Exchange - Karikatur Queen Elizabeth II (Foto: ullstein bild - TopFoto)

Die Queen frei nach Dali im "Punch Magazine"

Das berühmte englische Satiremagazin "Punch" widmete der Königin mehrere Titelblätter: "The Persistence of Monarchy by Salvador Dali" aus dem Jahr 1986 ist das am wenigsten schmeichelhafte. Im Stile des spanischen Künstlers nimmt es das hartnäckige Weiterbestehen der Monarchie aufs Korn. Dabei war das 60-jährige Thronjubiläum noch längst nicht in Sicht! Wenn die Zeitschriftenredakteure damals geahnt hätten, dass sie fast drei Jahrzehnte zu früh gespottet haben!

Spitting Image

Spitting Image - Karikatur Queen Elizabeth II. (Foto: ullstein bild - Spitting Image Productions/Rex Features/Ray)

Die Royals sind die Stars in der Satiresendung "Spitting Image"

So eine britische Monarchin macht einiges an Verunglimpfungen durch. Und mit ihr das ganze Königshaus. Allerdings sind die Protagonisten nicht ganz unschuldig daran. Vor allem das angespannte Verhältnis zwischen Lady Diana und ihrer Schwiegermama bot reichlich Stoff für Hohn, Spott und Satire. Gefundenes Fressen für die legendär gewordene Satiresendung "Spitting Image", die der britische Sender ITV jahrzehntelang ausstrahlte. Zum 30. Geburtstag 2014 gab's eine Ausstellung bei der natürlich auch die "Stars" der Fernsehshow nicht fehlen durften.

Die Queen und ihr Publikum

Queen Elizabeth II. Karikatur (Foto: picture alliance/Mary Evans Picture Library)

Queen Elizabeth wartet darauf, auf Sendung zu gehen

1986 war ein gutes Jahr für die britischen Karikaturisten. Ihre Königin war sehr präsent, auch als Rednerin im Radio. Von Lampenfieber keine Spur: Hier sieht man "Ma'am" - wie sie sich von ihren Mitarbeitern ansprechen lässt -, die entspannt und gewohnt milde lächelnd darauf wartet "on air", also live zu gehen.

Die Inkarnation reinsten Pflichtbewusstseins

Queen Elizabeth II. Karikatur (Foto: picture-alliance/United Archives/TopFoto)

Populär nicht unbedingt, aber verehrt

Sie lieben sie! Sie haben sie immer geliebt! Na ja, es gab ja noch Diana – vielleicht liebte man sie noch ein bisschen mehr. Möglicherweise war sie populär, aber die Queen wird eben verehrt – Krise der Monarchie? Nein. Elizabeth II. bleibt korrekt und pflichtbewusst, geradezu unverwüstlich. Samt Pferden und Corgis.

Die Königin als Kamel

Es ist keinesfalls immer Ehrfurcht und Respekt, was Elizabeth II. als Staatsoberhaupt entgegenschlägt. Doch selbst der schärfste Spott bis hin zu den Beschimpfungen, die sie von ihren Landsleuten ertragen muss, ist milde imVergleich mit den böswilligen politischen Karikaturen, mit denen sie gelegentlich in ehemaligen Kolonien attackiert wird.

Im Iran scheiterte England Anfang des 20. Jahrhunderts beim Versuch, das Land zur Kronkolonie zu machen und musste sich mit politischer Einflussnahme begnügen. Die wirft man England auch heute noch vor: "England möchte die iranischen Wahlen manipulieren", lautete der Slogan auf dem Plakat vom Januar 2016 auf einem Hausdach. Und wer verkörpert Britannien? Die Queen als Kamel.

Allem Spott zum Trotz

"Möge die Königin ewig leben", riefen Verehrer des britischen Königshauses am 2. Juni 1953 bei der Krönung der 25-jährigen Königin in der Westminster Abbey.

Ihr Wunsch scheint in Erfüllung zu gehen. 2016 heißt die überwiegende Mehrheit der Briten die Monarchie gut. Die Fans bleiben ihr treu. Auch wenn nach neun Lebensjahrzehnten aus der fröhlichen Lilibet längst eine erwachsene Elizabeth geworden ist.

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