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Politik

Norwegische Friedensdelegation

Seit gut zwei Jahren herrscht zumindest Waffenstillstand in Sri Lanka. Die Friedensgespräche zwischen Regierung und Rebellen aber wurden vor einem Jahr abgebrochen. Jetzt will Norwegen wieder als Vermittler helfen.

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Frieden bald wieder im Gespräch?

Norwegen hatte bereits im Februar 2002 den bis heute andauernden Waffenstillstand zwischen den beiden Parteien vermittelt. Auch bei der Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den tamilischen Rebellen und der sri-lankischen Regierung will Norwegen jetzt helfen. Das bestätigte Laila Stenseng, Sprecherin der norwegischen Botschaft in Berlin, DW-WORLD.de. Am Samstag (1.5.2004) werde die norwegische Delegation, geleitet von Vize-Außenminister Vidar Helgesen, in Sri Lanka ankommen. Zunächst soll in einzelnen Gesprächen mit Vertretern beider Seiten geklärt werden, ob und wie die Friedensgespräche wieder aufgenommen werden können. "Wenn beide Seiten dazu bereit sind, wird Norwegen als Vermittler dabei sein", so Laila Stenseng.

Die "Befreiungstiger von Tamil Eelam", kurz LTTE, kämpften 20 Jahre lang für einen eigenen Staat für die tamilische Minderheit und forderten nun größtmögliche Autonomie. Der Bürgerkrieg kostete fast 70.000 Menschen das Leben.

Norwegen hat diplomatische Tradition

Das gerade Norwegen als Vermittler beliebt ist, gehe auf die diplomatische Tradition des Landes zurück. So sieht das zumindest die norwegische Regierung. "Wir sind ein kleines Land ohne Superinteressen", sagt Laila Stenseng. Das Land hatte nie Kolonien und sei daher wohl weltweit als unparteiischer Verhandlungspartner sehr gefragt. So vermittelte Norwegen bislang nicht nur in Sri Lanka, auch in Guatemala und Kolumbien. Ebenso waren die Norweger im Nahost-Konflikt als Vermittler dabei. Schließlich wurde in der norwegischen Hauptstadt Oslo 1993 das damals als historisch bewertete Oslo-Abkommen zwischen Israelis und Palästinensern ausgearbeitet. "Wir sind zwar klein, haben aber politisch große Ressourcen", so Laila Stenseng weiter.

Sri Lanka hat Norwegen bereits mehrmals um die Vermittlung im Friedensprozess gebeten. So auch diesmal: "Beide Seiten haben die Regierung gefragt, ob sie wieder als Vermittler helfen kann", sagt Laila Stenseng. Bereits am Freitag (23.4.2004) hatte ein Sprecher der sri-lankischen Regierung angekündigt, dass die Gespräche mit den tamilischen Rebellen weiter gehen sollen. "Wir haben Grund zu der Annahme, dass der Friedensprozess bald nach dem Besuch der norwegischen Delegation wieder aufgenommen wird." In Sri Lanka rechnet man bereits in den kommenden Wochen mit dem Eintreffen der norwegischen Vermittler.

Machtkampf in Sri Lanka

Der Konflikt in Sri Lanka war im vergangenen Jahr (2003) zum Machtkampf innerhalb der Regierung geworden. Präsidentin Chandrika Kumaratunga hatte während einer USA-Reise im November das Parlament von Ministerpräsident Ranil Wickramasinghes aufgelöst und die Kontrolle über das Verteidigungsministerium übernommen. Wegen der angeblich zu nachgiebigen Politik Wickremesinghes gegenüber den tamilischen Rebellen hatte die Präsidentin darüber hinaus drei Minister suspendiert und den Ausnahmezustand verhängt. Kumaratungas Partei ist im Parlament in der Opposition. Danach hatte sich Norwegen bis heute aus seiner Vermittlerrolle zurückgezogen.

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