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Nahost

Norweger Kai Eide neuer UN-Beauftragter in Kabul

Afghanistan bekommt einen neuen UN-Sonderbeauftragten: Der norwegische Diplomat Kai Eide beerbt den Deutschen Tom Koenig. Die Afghanen selbst befürworten die Entscheidung.

Der norwegische Diplomat Kai Eide (Archiv, Quelle: DPA)

Tritt die Koenigs-Folge in Afghanistan an: der Norweger Kai Eide

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den norwegischen Diplomaten Kai Eide am Donnerstag (6.3.2008) zum Sonderbeauftragten für Afghanistan ernannt, wie aus einem Brief hervorgeht, der der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Der Ernennung Eides muss noch der UN-Sicherheitsrat zustimmen, was jedoch als Formalität gilt. Eine seiner Aufgaben wird die Koordinierung der humanitären Hilfe mit den von der Nato geführten Militäraktionen sein.

Afghanische Regierung zufrieden

Die afghanische Regierung äußerte sich positiv über Eide. Außenminister Rangin Dadfar Spanta sagte der Deutschen Welle: "Ich habe Eide als einen ausgewiesenen Afghanistan-Experten kennengelernt und freue mich auf die Zusammenarbeit." Koenigs hatte das Amt des UN-Sonderbeauftragten Ende vergangenen Jahres offiziell aus familiären Gründen aufgegeben.

Eide arbeitet derzeit als Spitzendiplomat im norwegischen Außenministerium und war unter anderem NATO-Botschafter seines Landes in Brüssel. Zu den Hauptaufgaben des UN-Beauftragten für Afghanistan gehört die Koordinierung der Arbeit der Vereinten Nationen mit dem NATO-Einsatz und mit Aktivitäten der EU in dem umkämpften Land. Eide hatte als Sonderbeauftragter des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan für Bosnien und das Kosovo gearbeitet.

Eide zweite Wahl

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte sich im Januar gegen den besonders von den USA und Großbritannien unterstützten britischen Politiker Paddy Ashdown als Nachfolger Koenigs ausgesprochen. Ashdown, der früher die Liberaldemokratische Partei Großbritanniens führte, hatte seine Kandidatur daraufhin zurückgezogen. Washington und London wollten mit Ashdown ein international anerkanntes politisches Schwergewicht in dem Amt des UN-Sonderbeauftragten.

Eide bringt als neuer UN-Koordinator beste Kontakte mit: Er war schon mehrfach für die UN beim Konfliktmanagement im Einsatz, unter anderem 1997 und 1998 als Sonderbeauftragter des damaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan in Bosnien und 2004 und 2005 in derselben Funktion im Kosovo.

Langjährige Diplomaten-Karriere

Mitte der 80er Jahre hatte er schon unter den damaligen NATO-Generalsekretären Lord Carrington und Manfred Wörner in der Zentrale der Militärallianz gearbeitet. Eide verfügt nach vier Jahren als norwegischer Botschafter bei der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) auch über erstklassige innereuropäische Kontakte.

Daheim hat der Norweger bisher weder parteipolitisch noch in den Medien von sich reden gemacht. Sein Chef, Außenminister Jonas Gahr Støre lobt ihn als "unglaublich tüchtigen Diplomaten mit enormem internationalen Ansehen". Für Aufsehen in Oslo sorgt eher Eides Ehefrau Gro Holm als politische Chefkommentatorin des führenden TV-Senders NRK. Mit ihr hat er zwei Töchter. Sein betont diplomatisch-zurückhaltendes Profil entspricht nach Meinung von Beobachtern in Oslo genau den Wünschen der afghanischen

Regierung. (mg)

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