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Wirtschaft

Norwegen soll deutschen Strom speichern

Norwegische Wasserkraftwerke und deutsche Windparks sollen ab 2020 den Strom über ein Seekabel austauschen. Norwegens Wasserkraft wird so zur Batterie für Europa und ein wichtiger Baustein für die Energiewende.

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Norwegen: Energiespeicher für Europa

Für die deutsche und europäische Energiewende sind 623 Kilometer Seekabel zwischen Norddeutschland und Norwegen ein sehr wichtiger Schritt. Im norwegischen Haugesund haben jetzt der norwegische Netzbetreiber Stattnett und der europäische Netzbetreiber Tennet einen Vertrag zum Bau von NordLink unterschrieben.

Das Hochspannungskabel hat eine Kapazität von 1400 Megawatt und soll die Stromschwankungen in Deutschland durch zunehmenden Wind- und Sonnenstrom ausgleichen. Das besonders effiziente Gleichstromkabel kann bei Bedarf rund drei Prozent des deutschen Strombedarfs mit norwegischer Wasserkraft decken. Umgekehrt kann das Kabel aber auch deutsche Stromüberschüsse nach Norwegen leiten. Mit dieser Verbindung "können wir Energie zwischen zwei sich ergänzenden Energiesystemen austauschen", so Tennet-Chef Mel de Kroon .

Fortschritt für die Energiewende

Energie- und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sieht in dem geschlossenen Vertrag ein wichtiges Signal für den europäischen Strommarkt. "Wir unterstützen diese neue Seekabelverbindung, denn sie ist ein weiterer wichtiger Schritt zu mehr Versorgungssicherheit für Deutschland".

Deutschland TenneT Seeverlegung Norderney

Kabelverlegung in der Nordsee

Zufrieden über die Fortschritte beim Netzausbau nach Norwegen zeigt sich auch Schleswig-Holstein. Das norddeutsche Bundesland treibt die Energiewende massiv voran und will bis 2020 vor allem mit Windkraft zu einem wichtigen Stromexporteur in Deutschland werden. Der Bau der Hochspannungsleitung nach Norwegen ist für Schleswig-Holstein auch deshalb ein Schwerpunkt der Politik. "NordLink ist ein Eckpfeiler der europäischen Energiewende. Die politischen Bemühungen der Landesregierung um das Projekt tragen nun Früchte", so Energiewendeminister Robert Habeck. "Nur mit dem Netzausbau können wir Atomstrom und perspektivisch Kohlestrom ersetzen. Dafür machen wir die Energiewende."

Die Wichtigkeit des Seekabels für die Energiewende betont auch Hans-Ulrich Rösner vom World Wide Fund For Nature WWF. Der Naturschützer hat aber zugleich auch Bauchschmerzen. "Das Seekabel geht durch den Nationalpark Wattenmeer und ist vor allem bei der Verlegung ein Eingriff in die Natur."

Norwegen wird Europas Stromspeicher

1,5 bis zwei Milliarden Euro soll die neue Stromverbindung kosten und 2020 fertig sein. Norwegen, dass schon neue Seekabel mit den Niederlanden, Schweden und Dänemark hat, baut damit seine Funktion als Stromdrehkreuz und europäische Speichernation weiter aus. Auch die britische Regierung will in diesem Frühjahr den Bau einer Unterseeverbindung mit Norwegen beschließen. "Das neue Kabel wird es Großbritannien erlauben, große Mengen sauberen grünen Stroms aus Wasserkraft zu importieren und unsere Wind- und Solarenergie zu speichern. Das wird unser Versorgungssicherheit stärken und die Strompreise niedrig halten", so der britische Energieminister Ed Davey.

Ein weiteres Unterseekabel ist auch zwischen Dänemark und den Niederlanden für 2019 geplant, um die Energieversorgung mit erneuerbaren Energien zu optimieren. Die EU-Kommission begrüßt den Netzausbau und will ihn finanziell unterstützen.

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