Nordkoreas Raketentest: Wieder ein Fall für den UN-Sicherheitsrat | Aktuell Asien | DW | 28.11.2017
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Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm

Nordkoreas Raketentest: Wieder ein Fall für den UN-Sicherheitsrat

Der jüngste Raketentest Nordkoreas hat internationale Kritik ausgelöst. EU und NATO verurteilen den Abschuss, US-Präsident Trump erklärte, die USA "werden sich darum kümmern".

Nordkorea Raketentest in Pjöngjang (Getty Images/AFP/STR)

Nicht der erste Raketentest Nordkoreas (Archivbild)

Die USA, Japan und Südkorea haben nach der neuesten Provokation aus Nordkorea eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt, sie soll noch an diesem Mittwoch in New York stattfinden. 

Das Regime in Pjöngjang hatte erstmals seit zweieinhalb Monaten wieder eine ballistische Rakete abgefeuert. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um eine Langstreckenrakete. Sie sei in der Provinz Süd-Pyongan gestartet, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Nach Pentagon-Informationen ist sie nach etwa eintausend Kilometern vor der Ostküste Nordkoreas ins Meer gestürzt.

Nordkorea selbst erklärte, nun seien die gesamten USA in Reichweite eigener Raketen. Der Test des Typs Hwasong-15 sei erfolgreich verlaufen. Experten zweifeln aber am Gelingen des Versuchs, da die Flugbahn der Rakete vergleichsweise kurz war. Normalerweise haben Interkontinentalraketen eine Reichweite von mehr als 5000 Kilometern.

USA Präsident Donald Trump im Weißen Haus in Washington (Getty Images/K. Dietsch-Pool)

"Eine Situation, mit der wir umgehen werden", sagt US-Präsident Donald Trump

Erneute Missachtung von UN-Resolutionen

US-Präsident Donald Trump sagte in einer ersten Reaktion: "Wir werden uns darum kümmern." Weiter führte er die Drohungen aber nicht aus. Allerdings: Der Raketenstart ändere nichts an der Nordkorea-Politik der USA. Außenminister Rex Tillerson verurteilte den Test und rief alle Nationen zu scharfen Wirtschaftssanktionen gegen die Führung in Pjöngjang auf.

Auch EU und NATO kritisierten den Abschuss aufs Schärfste. "Dies ist ein weiterer Bruch zahlreicher UN-Sicherheitsrats-Resolutionen, der die regionale und internationale Sicherheit untergräbt", erklärte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. "Nordkorea muss wieder in einen glaubwürdigen und gehaltvollen Dialog mit der internationalen Gemeinschaft eintreten."

Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini erkannte eine inakzeptable Verletzung von Nordkoreas internationalen Verpflichtungen. "Der Raketenstart ist eine weitere schwere Provokation und eine ernste Bedrohung für die internationale Sicherheit." Nordkorea müsse sein Atom- und Raketenprogramm einstellen.

Fortschritte bei der Raketenentwicklung?

In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen in der Region wieder deutlich verschärft, nachdem Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet und damit erneut gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Die USA fürchten, dass Nordkorea erfolgreich eine Langstreckenrakete testen könnte, die sogar die US-Pazifikküste erreichen könnte. Die große Flughöhe der jüngsten Testrakete könnte auf Fortschritte bei der Entwicklung hindeuten.

fab/jj (dpa, afp, rtr)

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