1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

Nordkoreas Raketenpläne überschatten Atomgipfel

In Seoul hat der zweitägige Gipfel zur nuklearen Sicherheit begonnen. US-Präsident Obama bekräftigte seine Vision einer "atomwaffenfreien Welt". Dabei entzündet sich der nächste Konflikt direkt nebenan - in Nordkorea.

Der Iran und Nordkorea sind die größten Sorgenkinder der internationalen Gemeinschaft, wenn es um nukleare Bedrohungsszenarien geht. Nicht verwunderlich, dass beide Länder keinen Vertreter zum zweiten Atomgipfel in Südkorea geschickt haben. Insgesamt 53 Staaten nehmen daran teil, dazu kommen mehrere internationale Organisationen. Der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak begrüßte am Montag alle Teilnehmer bei einem Arbeitsessen. Auf der Agenda des Treffens stehen die Themen Atomenergie, Atomwaffen und die Bedrohung durch nuklear bewaffnete Extremisten.

US-Präsident Barack Obama will zudem neue Gespräche mit Russland anstoßen, um das Atomwaffenarsenal beider Länder weiter zu reduzieren. Der US-Präsident und sein russischer Kollege Dmitri Medwedew hatten vor zwei Jahren in der tschechischen Hauptstadt Prag ein Nachfolgeabkommen zum START-Abrüstungsvertrag unterzeichnet. Darin hatten beide Länder die Begrenzung ihrer jeweiligen strategischen Nuklearwaffen auf 1550 einsatzfähige Atomsprengköpfe und 800 strategische Trägersysteme vereinbart.

Den Anstoß zu dem ersten Atomgipfel hatte ebenfalls Obama gegeben. In einer Grundsatzrede 2009 in Prag sprach er zum ersten Mal von seiner Vision einer "atomwaffenfreien Welt". Ziel ist es den Atomwaffensperrvertrag zu überarbeiten, um binnen vier Jahren jegliches atomwaffenfähiges Material weltweit zu sichern. Der erste Atomgipfel fand 2010 in Washington statt. 47 Staats- und Regierungschefs waren damals zusammengekommen, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Obama setzt auf breite Unterstützung

Video ansehen 01:33

Seoul: Obama für Abbau der Atomwaffen

Kurz vor Beginn des Gipfels kam US-Präsident Barack Obama mit seinem chinesischen Kollegen Hu Jintao zusammen. Dabei hob Obama hervor, dass vor allem die Lösung der Atomkonflikte mit Nordkorea und dem Iran von "sehr großer Wichtigkeit" seien. Wie die USA setze sich auch China für die atomare Abrüstung ein, sagte er. China ist einer der wenigen Verbündeten Nordkoreas. Obama will Hu davon überzeugen, Nordkorea zu einem Verzicht auf einen geplanten Start einer Langstreckenrakete zu bringen.

Pjöngjang will Mitte April eine Rakete ins Weltall schicken, die nach eigenen Angaben einen zivilen Beobachtungssatelliten in eine Erdumlaufbahn bringen soll. Japan, Südkorea und die USA vermuten dahinter aber einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomwaffenprogramm. Auch China sieht in der Ankündigung Bedrohungspotenzial. US-Vertreter sagten nach dem Treffen zwischen Obama und Hu, dass der chinesische Präsident "große Besorgnis" wegen des Raketenstarts geäußert habe.

Begründete Sorgen

Nach Ansicht des Nuklearexperten Giorgio Franceschini wird Nordkorea wohl nie ganz auf Atomwaffen verzichten. Franceschini, der für die Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung tätig ist, sagte in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur, dass auch von Pakistan eine Gefahr für Atomterrorismus ausgehe. Das Land verfüge über das am "schnellsten wachsende Atomwaffenarsenal", allerdings gebe es Bedenken, dass die Anlagen nicht hinreichend gut genug gesichert seien.

Die Gefahr, dass Terrorgruppen Nuklearmaterial für ihre Zwecke missbrauchen könnten, sei nicht von der Hand zu weisen. Etwa 20 Terrorgruppen seien derzeit an Atomwaffen interessiert, sagte Franceschini unter Berufung auf den US-Geheimdienst. Al-Kaida stehe ganz weit oben auf dieser Liste.

nis/kle (dpa, dapd, afp)

Audio und Video zum Thema