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Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm

Nordkoreas Provokation: Die Geduldsprobe

Schon wieder ein Raketentest: Nordkorea reizt seine Feinde, aber auch seinen letzten Verbündeten bis aufs Blut. Die japanische Regierung zeigt sich alarmiert.

Japan Tokio Monitor zeigt Informationen zu Raketentest Nordkoreas (Reuters/T. Hanai)

Japan ist für nordkoreanische Raketen leicht zu erreichen

Nordkorea hat trotz massiver Warnungen erneut eine Langstreckenrakete getestet. Das Geschoss sei möglicherweise innerhalb der 200-Meilen-Zone Japans ins Meer gestürzt, sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe in Tokio. Der Streit um Pjöngjangs Atomprogramm gilt als einer der gefährlichsten Konflikte der Welt.

Nach südkoreanischen Militärangaben wurde die Rakete kurz vor Mitternacht gestartet. Sie sei in der nordkoreanischen Provinz Jangang abgefeuert worden und vor der Ostküste der koreanischen Halbinsel ins Meer gestürzt. Südkoreas Präsident Moon Jae In und Abe beriefen jeweils ihren Nationalen Sicherheitsrat zu einer Sitzung ein.

Das Pentagon bestätigt - und ist nicht überrascht

Nordkorea hat wiederholt Raketen getestet und damit gegen Resolutionen der Vereinten Nationen (UN) verstoßen. UN-Sanktionen verbieten es Nordkorea, Raketen zu entwickeln oder zu testen. Dennoch hat die Führung in Pjöngjang vor allem seit Anfang vergangenen Jahres zahlreiche Raketen in bislang nie dagewesener rascher Folge getestet. Auch zwei von insgesamt fünf Atomtests fanden in diesem Zeitraum statt. Experten zufolge ist Nordkorea allerdings noch Jahre davon entfernt, eine Interkontinentalrakete mit einem atomaren Sprengkopf bestücken zu können.

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte den neuen nordkoreanischen Test. Man werde die Lage beurteilen, sobald weitere Informationen vorlägen, sagte ein Pentagon-Sprecher. Nach Erkenntnissen des US-Militärs handelte es sich um eine Interkontinentalrakete. Das Pentagon hatte einen Raketenstart längst erwartet, weil sich am 27. Juli das Waffenstillstandsabkommen auf der koreanischen Halbinsel zum 64. Mal jährte.

Die Lage ist seit Anfang Juli kritisch

Zuletzt hatte der kommunistische Norden Anfang Juli eine Interkontinentalrakete (ICBM) getestet, die auch die USA erreichen könnte. Es war eine weitere Eskalation in dem seit Jahrzehnten anhaltenden Konflikt. Der Test der Hwasong-14 genannten Rakete, den Machthaber Kim Jong Un persönlich angeleitet habe, sei erfolgreich gewesen, berichteten Nordkoreas Staatsmedien am 4. Juli. Nordkorea könne "jeden Teil der Welt mit Atomwaffen treffen", verlautete aus Pjöngjang. Zum neuen Raketenstart liegen derzeit noch keine Mitteilungen aus Nordkorea vor.

Nordkorea - Raketentest (Reuters/KCNA)

Anfang Juli feuerte Nordkorea eine Interkontinentalrakete ab

Die ständigen Provokationen aus Nordkorea waren auch ein Thema auf dem G20-Gipfel Anfang des Monats in Hamburg. Dort hatte US-Präsident Donald Trump vergebens auf einen Schulterschluss mit Russland und vor allem mit China gehofft – dem letzten Verbündeten des nordkoreanischen Regimes. Die USA gehen davon aus, dass die Regierung von Präsident Xi Jinping großen Einfluss auf Nordkorea hat, auch weil rund 80 Prozent des Außenhandels in dem weitgehend isolierten Land über China läuft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Weltgemeinschaft kürzlich zu einer härteren Gangart gegen das "völkerrechtswidrige Raketen- und Nuklearprogramm" gedrängt. Der Test von Anfang Juli sei "eine weitere Provokation und eine ernsthafte Bedrohung des Friedens in der Region und weit darüber hinaus", sagte die Kanzlerin nach dem Hamburger Gipfel.

rb/uh (afp, ap, dpa, rtr, dw.com)