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Aktuell Asien

Nordkoreas Machthaber Kim will noch mehr Atomtests

Er kann es nicht lassen: Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat weitere Atomtests angeordnet. Ziel: Das Land solle einen atomaren Angriff führen können. Das besorgt auch Russland und China.

Ziel weiterer Atombombentests sei es, die Fähigkeiten des Landes zu verbessern, einen Atomangriff vorzunehmen, sagte Kim laut einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA, während er einem weiteren Start einer ballistischen Rakete beiwohnte. Der Text gab keinen Einblick, wann dieser Test erfolgt war. In dieser Woche hatte Nordkorea schon zwei Kurzstreckenraketen abgeschossen, die 500 Kilometer flogen und dann ins Meer stürzten.

Südkorea bezeichnete die Ankündigung Kims als kopf- und gedankenlos. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die Regierung in Pjöngjang dringend dazu auf, ihre destabilisierenden Aktionen zu beenden. Ban sei "weiterhin zutiefst besorgt" über die Lage auf der koreanischen Halbinsel, erklärte sein Sprecher in New York.

Kritik von Russland und China

Russland und China forderten Nordkorea auf, zu den internationalen Gesprächen über sein Atomprogramm zurückzukehren. Bei einem Treffen der Außenminister beider Länder, Sergej Lawrow und Wang Yi, bekräftigten beide Politiker, dass Nordkorea keinen Anspruch darauf habe, Atomwaffen zu besitzen. Lawrow sagte, im Falle weiterer Provokationen werde Nordkorea keinen Schutz beanspruchen können.

Zugleich kritisierten die beiden Außenminister aber auch die geplante Stationierung einer US-Raketenabwehr in Südkorea. Die Pläne gingen weit über eine Eindämmung der Gefahr aus Nordkorea hinaus, sagte Lawrow.
Die Stationierung der Raketenabwehr zerstöre die strategische Balance in der Region und führe zu einem Rüstungswettlauf, warnte Wang der Agentur Interfax zufolge. Die USA hatten Anfang Februar die Entsendung einer mobilen Raketenabwehr nach Südkorea angekündigt, nachdem der kommunistische Norden eine Langstreckenrakete getestet hatte.

Sanktionen - Atomtests - Sanktionen

Der UN-Sicherheitsrat hatte vor gut einer Woche seine Sanktionen gegen das kommunistische Land als Reaktion auf den jüngsten nordkoreanischen Atomtest drastisch verschärft. Die neuen Strafmaßnahmen sehen unter anderem Kontrollen sämtlicher Frachtlieferungen von und nach Nordkorea vor.

Der jüngste nordkoreanische Atomtest fand am 6. Januar statt, einen Monat später testete Nordkorea eine Langstreckenrakete. Beide Tests verstießen gegen UN-Resolutionen. Die Regierung in Pjöngjang hatte dagegen erklärt, der Raketenstart sei ein legitimer Teil seines Raumfahrtprogramms.

Mitten im Streit über sein Atomwaffenprogramm hatte Nordkorea am Donnerstag alle verbliebenen Wirtschaftsbeziehungen zum Süden abebrochen. Zudem kündigte der Norden an, südkoreanisches Vermögen zu konfiszieren. Das betrifft vor allem die gemeinsame Sonderwirtschaftszone Kaesong, in der 124 Unternehmen aus dem westlich orientierten Süden Fertigungsstätten haben, sowie ein Tourismusprojekt.

mm/cr (rtr, afp, efe)

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