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Asien

Nordkoreas Kommunisten verschieben Parteitag

In Nordkorea ist das größte Treffen der kommunistischen Partei seit 30 Jahren verschoben worden. Machthaber Kim Jong Il scheint gesundheitlich angeschlagen zu sein.

Kim Jong Il (r.) und vermutlich sein Sohn Kim Jong Un (l.) (Foto: ap)

Über die Nachfolge von Kim Jong Il (r.) wird spekuliert

Experten vermuten, dass bei dem ersten Parteitag seit Jahrzehnten Kims jüngster Sohn Kim Jong Un als dessen Nachfolger in Stellung gebracht werden soll. Kim Jong Un gilt schon länger als inoffizieller "Kronprinz". Er soll auf dem Kongress der Kommunisten ein Amt in der Parteiführung erhalten.

Kim Jong Il gesundheitlich angeschlagen

Kim Jong Il (l.) und Chinas Präsident Hu Jintao (r.) (Foto: ap)

Der Besuch in China Ende August soll Kim Jong Il geschwächt haben

Wie der südkoreanische Nachrichtensender YTN am Montag (13.09.2010) unter Berufung auf den südkoreanischen Geheimdienst berichtet, findet der für diesen Monat angekündigte Parteitag nicht statt. Nordkorea hatte das Treffen im Juni angekündigt, nun scheint die Gesundheit von Machtinhaber Kim Jong Il eine Verschiebung notwendig zu machen.

Um die Gesundheit des Diktators kreisen seit Monaten Spekulationen. Kim erlitt nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes vor etwa zwei Jahren einen Gehirnschlag. Der Gesundheitszustand des 68-jährigen Kim habe sich nach einem China-Besuch im vorigen Monat verschlechtert, meldete der Sender YTN unter Berufung auf einen Geheimdienstmitarbeiter. Kim sei aber nicht so krank, dass der Kongress abgesagt werden müsse.

Trotz Zeitungsmeldungen, dass die Mehrzahl der Delegierten in Pjöngjang bereits eingetroffen sei, geht der Projektleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung für Korea, Walter Klitz, von einer Verschiebung auf Anfang Oktober aus. Klitz sagte nach einem mehrtägigen Besuch in Pjöngjang, dass die Delegierten seines Wissens nach in der vergangenen Woche noch nicht in Pjöngjang gewesen seien. Die Vorbereitungen für das Treffen scheinen aber so gut wie abgeschlossen und die Delegierten warteten auf Abruf, erklärte Kiltz nach seiner Rückkehr von der Nordkorea-Reise in Seoul.

Südkoreas Rot-Kreuz-Verband kündigt Hilfe an

Buddhisten in Südkorea packen Hilfslieferungen in weißen Kartons auf einen Laster (Foto: ap)

Südkorea will den Norden nach den Überschwemmungen unterstützen

Unterdessen nehmen die Hilfslieferungen des Südens an den Norden konkrete Formen an. Nach schweren Überschwemmungen im Land hatte die Regierung in Pjöngjang um Hilfe gebeten. Der südkoreanische Rot-Kreuz-Verband kündigte an, 5000 Tonnen Reis sowie 10.000 Tonnen Zement für Wiederaufbauarbeiten in den betroffenen Gebieten an der Grenze zu China zu schicken.

Der Wunsch Nordkoreas nach schweren Baugeräten sei allerdings eine Angelegenheit, mit der sich die Regierung in Seoul befassen müsse, sagte Südkoreas Rotkreuzchef Yoo Chong Ha. Darüber hinaus schlug die Hilfsorganisation der nordkoreanischen Gegenseite vor, am kommenden Freitag Gespräche über neue Zusammenführungen von Familienangehörigen zu führen, die seit der Landesteilung und dem Korea-Krieg (1950-53) getrennt sind.

Erste Annäherungen nach Kriegsschiff-Affäre

Das Rote Kreuz im kommunistischen Norden hatte am Wochenende überraschend die Wiederaufnahme des Programms für die Familientreffen vorgeschlagen. Nach Wochen starker Spannungen war Nordkorea damit wieder einen Schritt auf den Süden zugegangen.

Seit dem Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffs, für den Pjöngjang verantwortlich gemacht wird, haben sich die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea verstärkt. Seoul hat fast alle Handelsbeziehungen abgebrochen, liefert aber weiter Hilfsgüter.

Autorin: Marion Linnenbrink (afp, dapd, dpa, rtr)
Redaktion: Martin Schrader

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