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Aktuell Welt

Nordkoreas Herrscher geht am Krückstock

Rund sechs Wochen war der Herrscher des kommunistischen Nordkorea von der Bildfläche verschwunden. Spekulationen über sein Schicksal schossen ins Kraut. Nun hat sich Kim Jong Un wieder in der Öffentlichkeit gezeigt.

Kim habe beim Besuch einer neuen Wohnsiedlung für Wissenschaftler in der Hauptstadt Pjöngjang sowie eines Forschungsinstituts "Feldanweisungen" gegeben, berichteten die Staatsmedien. Er habe sich "äußerst zufrieden" mit den Neubauten gezeigt. Die mit bunten Kacheln dekorierten Außenwände der Häuser seien "wunderschön" wird Kim zitiert. Wann genau diese Auftritte stattfanden, ging aus den Berichten allerdings nicht hervor. Kims wochenlange Abwesenheit wurde nicht kommentiert.

Im Mao-Anzug mit Krücke

Die offizielle Zeitung "Rodong Sinmun" zeigte Bilder, auf denen zu sehen ist, wie sich der in schwarzem Mao-Anzug gekleidete Kim auf einen Gehstock stützt. Auch das Staatsfernsehen berichtete über den Auftritt des Machthabers. Allerdings verwendete der Sender ausschließlich Standbilder. Eine Einschätzung, wie mobil Kim tatsächlich ist, war deshalb nicht möglich.

Rauchender Jungdiktator

Der etwa 30 Jahre alte Kim, sein genaues Alter ist unbekannt, gilt als starker Raucher, außerdem nahm er jüngst deutlich an Gewicht zu. Der junge Staatschef soll an Gicht, Diabetes und Bluthochdruck leiden. Nordkorea selbst nahm kürzlich nur vage zu Kims Gesundheit Stellung, als das Staatsfernsehen Ende September von "Unwohlsein" berichtete. Kim war in dem Beitrag hinkend bei einem Fabrikbesuch zu sehen.

Der Auftritt dürfte nach Ansicht von Beobachtern die Spekulationen im Ausland um Kims Machtstellung vorerst beenden. So hatten sich neben Spekulationen um eine ernsthafte Erkrankung auch hartnäckig Gerüchte über eine mögliche Entmachtung Kims gehalten. Die Regierung in Südkorea war dennoch davon ausgegangen, dass Kim stets die Kontrolle über die Regierungsgeschäfte ausgeübt und sich von einer "nicht öffentlich gemachten Krankheit" erholt habe. Andere Experten halten das wochenlange Schweigen für eine Taktik, um international im Gespräch zu bleiben. Kim hatte die Macht in dem verarmten kommunistischen Land nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Dezember 2011 übernommen.

wl/pab (dpa, afp)