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Wirtschaft

Nordkoreas Handelspartner im US-Visier

US-Präsident Donald Trump hat mit dem Abbruch der Handelsbeziehungen zu allen Staaten gedroht, die mit Nordkorea Geschäfte machen. Aber welche sind das eigentlich?

Im Atompoker mit Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump ein Handelsembargo gegen Wirtschaftspartner des Landes ins Spiel gebracht.

"Die Vereinigten Staaten erwägen, zusätzlich zu anderen Optionen, allen Handel mit Ländern einzustellen, die Geschäfte mit Nordkorea machen," twitterte US-Präsident Donald Trump am Sonntag, nachdem das Regime in Pjöngjang nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet hatte. Doch was genau meint der Präsident damit, wenn er Konsequenzen für die Länder, die "Geschäfte mit Nordkorea" machen, sagt? Meint er den Handel?

Wenn es um den Welthandel geht, fällt Nordkorea nicht sehr ins Gewicht. Nach den Zahlen des CIA World Factbook für das Jahr 2015 rangiert Nordkorea mit seinen Ein- und Ausfuhren noch nicht einmal unter den ersten 100 Handelsnationen weltweit. Pjöngjangs wichtigste Handelspartner gehören dagegen zu den größten Akteuren des Welthandels.

Die größte Exportnation der Welt, China, verfügt über eine 1420 Kilometer lange Grenze mit Nordkorea und ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner des Landes. Nach einer umfangreichen Studie des Massachusetts Institute of Technology entfallen auf China 83 Prozent der Exporte Nordkoreas und 85 Prozent seiner Importe.

Doch falls die USA die Handelsbeziehungen zu China tatsächlich abbrechen würden, hätte das gewaltige Auswirkungen auf den internationalen Handel und die Weltwirtschaft. Nur Kanada und Mexiko importieren mehr Güter aus den USA als China. 9,3 Prozent der US-Exporte gehen ins Reich der Mitte, während 21 Prozent der US-Importe aus China kommen - damit sind beide Länder gegenseitig jeweils der wichtigste Handelspartner.

Nordkorea Besuch Kim Jong-Un Produktionstätte Lebensmittel (Reuters/KCNA)

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Große Auswirkungen auf Warenströme

Nordkoreas zweitgrößter Handelspartner ist Indien. Dorthin gehen 3,5 Prozent der Exporte Pjöngjangs, während 3,1 Prozent der Importe aus Indien stammen. Die weltgrößte Demokratie der Welt ist die Nummer Neun unter den Handelspartnern der USA.  Ein US-Handelsembargo gegen Indien hätte damit ebenfalls große Auswirkungen

Die wichtigsten übrigen Handelspartner Nordkoreas verteilen sich auf Länder in Asien. Beim Export führen Pakistan mit 1,5 Prozent und Saudi Arabien mit 0,89 Prozent eine lange Liste mit kleineren Exportmärkten an. Afrika ist mit Burkina Faso (1,2 Prozent) und Sambia (0,49 Prozent) vertreten. Beim Import rangieren hinter China und Indien mit 2,3 Prozent Russland, Thailand (2,1 Prozent), die Philippinen (1,5 Prozent) und Mexiko (1,3 Prozent).

Auch wenn neben dem Handelsvolumen Nordkoreas mit China der Warenaustausch mit den meisten anderen Ländern winzig ist, treiben mehr als 100 Staaten Handel mit dem Regime in Pjöngjang. Auch Deutschland als globale Exportmacht Nummer Drei gehört dazu - allerdings auf sehr niedrigem Niveau. 2015 importierte Deutschland Waren im Wert von 2,9 Millionen Euro, darunter hauptsächlich Eisenlegierungen, Drahtseile und Röntgenausrüstungen. Unter den deutschen Exporten im Wert von 6,2 Millionen waren in erster Linie Arzneimittel.

Insgesamt exportierte Nordkorea 2015 Waren im Wert von 2,38 Milliarden Euro und importierte Handelsgüter im Umfang von 2,9 Milliarden Euro. Seine wichtigsten Exportgüter Kohle und Bekleidung machen zusammen rund ein Drittel aller Waren aus, die aus dem abgeschotteten Land ausgeführt werden. Nordkorea importiert eine ganze reihe verschiedenster Produkte, von Unterhaltungselektronik bis zu Sojaöl.

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Nordkoreas Wirtschaft wächst trotz Sanktionen

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