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Asien

Nordkoreas Diktator nominiert Nachfolger

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il soll sich entschieden haben, wer sein Nachfolger wird: Laut Medieninformationen hat Kim seinen Sohn Jong Un auserwählt.

Jong Un (Archivfoto 1994)

Jong Un - angeblich 1994 im Alter von 11 Jahren

In Nordkorea verdichten sich die Hinweise darauf, dass der jüngste der drei bekannten Söhne von Diktator Kim Jong Il, der vermutlich 26 Jahre alte Jong Un, die Macht in Nordkorea übernehmen soll. Er ist - wie seine Brüder - selbst den Nordkoreanern kaum bekannt. Ohnehin gehört die Nachfolgeregelung in Nordkorea zu den am besten gehüteten Geheimnissen in dem ohnehin fast völlig abgeschotteten Land.

Kim fordert Treueerklärung

Kim Jong Il (Archivfoto: AP)

Kim Jong Il: Wann wird er die Macht abgeben?

Wie südkoreanische Zeitungen am Dienstag (02.06.2009) übereinstimmend berichten, versendete die nordkoreanische Regierung kurz nach dem umstrittenen Atomwaffentest vom 25. Mai eine entsprechende Mitteilung an die Botschaften des Landes. Darin soll Kim Jong Il die diplomatischen Vertretungen angewiesen haben, eine Treueerklärung auf seinen Sohn abzugeben.

Jong Un bereits im Parlament

Entgegen früheren Berichten wurde Jong Un bei den Wahlen im März offenbar doch in das nordkoreanische Parlament gewählt, um ihn auf seine Aufgabe als künftiger Staatschef vorzubereiten. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa aus informierter Quelle erfuhr, trat Jong Un im Wahlkreis 216 an. In der Liste mit den neuen Deputierten der Obersten Volksversammlung sei der Sohn später unter dem Namen "Kim Jong" aufgeführt worden, heißt es. Das habe fälschlicherweise zu der Annahme geführt, dass Jong Un gar nicht als Kandidat aufgestellt worden war. Ein Informant wird von dpa mit den klaren Worten zitiert: "Kim Jong Ils Nachfolger steht fest."

2 / 16

Jong Uns Kandidatur im Wahlkreis 216 hatte offenbar symbolische Bedeutung: Die Zahl soll sich aus dem Geburtsdatum seines Vaters ergeben, der nach offiziellen Angaben am 16. Februar 1942 geboren wurde. Also "2" für den Monat Februar und "16" für den Tag.

Kim mit gesundheitlichen Problemen

Bereits seit Sommer vergangenen Jahres wird verstärkt über den Nachfolger Kims spekuliert, nachdem der Machthaber damals einen Schlaganfall erlitten haben soll. Wochenlang war Kim sogar völlig von der öffentlichen Bildfläche verschwunden. Er steht seit dem Tod seines Vaters, des "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung, 1994 an der Spitze Nordkoreas.

Provokationen aus Pjöngjang

Militärparade in Pjöngjang (Archivfoto: AP)

Demonstration militärischer Stärke: Militärparade in Pjöngjang

Unterdessen gibt es immer mehr Anzeichen dafür, dass der kommunistische Staat einen weiteren Test mit einer Langstreckenrakete vorbereitet - ungeachtet aller Proteste und Appelle. Den USA liegen nach Angaben des Pentagons neue Informationen vor, denen zufolge eine Interkontinentalrakete auf eine neu errichtete Abschussrampe in Dongchang-Ri an der Nordwestküste des Landes transportiert wurde.

Zuletzt hatte das Land im April eine sogenannte Taepodong-Rakete abgeschossen. Langstreckenraketen dieses Typs könnten theoretisch auch den US-Bundesstaat Alaska erreichen. In der vergangenen Woche hatte Nordkorea zu Testzwecken unterirdisch eine Atombombe gezündet und damit weltweit einhellig Kritik geerntet. (wa/ml/ap/dpa/rtr/afp)

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