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Asien

Nordkorea zu Atom-Gesprächen bereit

Er sei bereit, an Abrüstungssesprächen teilzunehmen, so Nordkoreas Diktator Kim Jong-il. Während seines Besuchs in Rußland bat Kim zudem um wirtschaftliche Unterstützung.

Nordkoreas Diktator Kim Jong-il (li) spricht mit Russlands Präsidenten Dimitri Medwedew (re) (Foto: AP)

Russland unterhält als eines der wenigen Länder diplomatische Beziehungen zu Nordkorea

Nordkorea sei bereit, wieder über ihr Nuklearprogramm zu verhandeln, so eine Sprecherin des Kremls nach dem Treffen zwischen Russlands Staatspräsident Dimitri Medwedew und Nordkoreas Staatschef Kim Jong-il am Mittwoch (24.08.2011).

"Kim Jong-il hat seine Bereitschaft erklärt, die Sechs-Parteien-Gespräche wiederaufzunehmen - ohne weitere Vorbedingungen geknüpft", erklärte Natalja Timakova. "Im Laufe der Gespräche wird Nordkorea versuchen, eine gemeinsame Lösung zu finden, die Atomtests und die Nuklearwaffen-Programme endgültig einzustellen. Die Abrüstungsgespräche liegen seit 2009 auf Eis. Seitdem hat Pjöngjang sein Atomwaffen-Programm stetig voran getrieben.

Im Fokus der Gespräche standen auch mögliche Hilfen Russlands an das verarmte Nordkorea. Zudem standen Verhandlungen über Bau einer Pipeline durch Nordkorea auf der Tagesordnung. Künftig soll Südkorea auch mit russischem Gas versorgt werden.

Höchste Geheimhaltung

Kim Jong-ils gepanzerter Zug (Foto: AP)

Auf dem Weg nach Sibirien - Kim Jong-il in seinem gepanzerten Zug

Die beiden Staatschefs trafen sich in Sibirien in einer Kaserne. Bereits seit dem letzten Wochenende hat sich Kim in seinem gepanzerten Zug in den äußersten Osten Russlands aufgemacht. Die Reiseroute wurde streng geheim gehalten.

"Die russische Regierung hat sich den ganzen Sicherheitsvorkehrungen und der Geheimhaltung angepasst, weil das der einzige Weg ist, ein Treffen mit Kim Jong-il zu organisieren", berichtet der russische Außenpolitik-Experte Fjodor Ljukjanow gegenüber DW-WORD.DE, "nur so lebt und reist er. Für Russland ist das natürlich etwas absurd. Aber wenn man von ihm etwas will, dann muss man das Spielchen mitspielen."

Erst vor drei Monaten hatte Kim Peking besucht. Pjöngjang ist abhängig von China und Rußland, wenn es um das eigene Überleben geht - politisch, militärisch und wirtschaftlich. Bereits zu Zeiten des Kalten Kriegs waren die drei Staaten Verbündete. Aber nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde das Verhältnis zu Russland deutlich kühler. Somit musste sich Kim stärker auf China verlassen, um das herunter gewirtschaftete Land über Wasser zu halten.

Die Reise nach Russland wird auch als Maßnahme angesehen, um den wachsenden wirtschaftlichen Einfluss Chinas entgegen zu wirken. Kim hat Russland 2002 das letzte Mal besucht.

Isoliertes Land

Medwedew (li) und Kim (re) bei Gesprächen (Foto: AP)

Im Zentrum der Gespräche stehen auch Hilfslieferungen nach Nordkorea

Das stalinistisch geführte Land ist im besonderen Maße abhängig von Hilfslieferungen. Der Bevölkerung fehlt es sogar an der Versorgung von Grundnahrungsmittel. Russlands Präsident Medwedew sicherte noch vor der Ankunft Kims Hilfslieferungen von an die 50.000 Tonnen Weizen zu.

Ein weiterer möglicher Grund für die Reise des 69-jährigen Kims ist die Vorbereitung einer Machtübergabe an seinen Sohn Kim Jong-un, indem er die Unterstützung Chinas und Russlands sichern möchte. "Ich denke nicht, dass Nordkorea eine solche Isolation des Landes will", meint Ljukjanow, "Kim Jong-il möchte diesen Zustand sicherlich ändern. Er versucht, eine andere Ausgangsposition für seinen Sohn zu schaffen."

Der junge Kim soll nach Medienberichten die Nachfolge seines Vaters in naher Zukunft antreten. Aber viel Raum, um zu manövrieren, wird Kim Senior in der Weltöffentlichkeit wohl nicht haben.

Autor: Andreas Illmer/ cvg
Redaktion: Rob Turner