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Politik

Nordkorea zeigt sich beleidigt

Wegen der Verurteilung des jüngsten Raketenstarts durch den Weltsicherheitsrat hat Nordkorea alle UN-Atom-Inspektoren ausgewiesen. Außerden will das Land aus den Sechs-Nationen-Gesprächen aussteigen.

Nordkoreanische Rakete (Foto: AP)

Pjöngjang will nicht mehr verhandeln

"Wir werden niemals mehr an diesen Gesprächen teilnehmen", erklärte das nordkoreanische Außenministerium am Dienstag (14.04.2009). Das Vorgehen des Weltsicherheitsrats wurde als "nicht hinnehmbare Beleidigung" bezeichnet.

In den seit 2003 laufenden Sechs-Nationen-Gesprächen verhandeln Nord- und Südkorea, die USA, China, Japan und Russland über das nordkoreanische Atomprogramm. In Wirklichkeit sollten die Gespräche aber nur dazu gut sein, Nordkorea zu entwaffnen und das System zu stürzen, heißt es jetzt aus Pjöngjang.

Inspektoren werden abgezogen

Die im Land befindlichen Inspektoren der internationalen Atomenergiebehörde IAEA wurden aufgefordert, das Land zu verlassen. Die Zusammenarbeit mit der IAEA sei beendet, hieß es.

Die Behörde kündigte daraufhin in Wien an, man werde der Aufforderung Folge leisten. Ein IAEA-Sprecher teilte mit, Nordkorea verlange von den Inspektoren auch, alle Überwachungsanlagen im Atomzentrum von Yongbyon zu entfernen.

Atomanlage soll wieder arbeiten

Satellitenbild der Atomanlage von Yongbyon aus dem Jahr 2002´(Foto: AP)

Satellitenbild der Atomanlage von Yongbyon aus dem Jahr 2002

Zugleich drohte die kommunistische Führung damit, die atomare Abschreckung Nordkoreas auszubauen und bereits stillgelegte Atomanlagen zur Produktion von kernwaffentauglichem Material im Nuklearzentrum Yongbyon wiederherzustellen. In der Anlage kann Plutonium hergestellt werden, das zum Bau von Atomwaffen dient.

Gemäß einem bei den Sechs-Nationen-Gesprächen erzielten Abkommen hatte Nordkorea die Anlage großenteils unbrauchbar gemacht. Im Gegenzug erhielt das Land Heizöl und andere Hilfslieferungen.

Internationale Kritik

Die USA kritisierten die Ankündigungen Pjöngjangs scharf. Nach den Worten von Außenministerin Hillary Clinton handelt es sich um eine "unnötige Reaktion" auf die Erklärung des Weltsicherheitsrats. Das höchste UN-Gremium sei berechtigt gewesen, seine "Besorgnis" auszudrücken, sagte Clinton in Washington.

Auch Großbritannien kritisierte die Maßnahmen als "völlig ungerechtfertigt". Die Verurteilung des Raketenstarts durch den Weltsicherheitsrat sei eine "robuste, aber angemessene Reaktion" gewesen, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in London.

China forderte Nordkorea auf, die Verhandlungen über sein Atomprogramm fortzusetzen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, alle Beteiligten sollten "ungeachtet der in einer solchen Situation unausweichlichen Emotionen" an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Einmütige Verurteilung

Weltsicherheitsrat (Foto: AP)

Der Weltsicherheitsrat hat den Raketenstart verurteilt

Der Weltsicherheitsrat hatte in seiner am Montagabend verabschiedeten Erklärung den Start einer nordkoreanischen Rakete am 5. April einmütig verurteilt und das Land zum Verzicht auf weitere Tests aufgerufen. Außerdem kündigte das UN-Gremium an, die bereits 2006 verhängten Sanktionen zu konkretisieren.

Auf die Erklärung hatten sich die fünf Vetomächte (USA, China, Russland, Großbritannien Frankreich) und Japan nach langem Ringen verständigt. Eine Resolution - die eine noch schärfere Reaktion auf den Raketenstart gewesen wäre - scheiterte am Widerstand Russlands und Chinas.

Nach offiziellen Angaben aus Pjöngjang sollte die Rakete einen Kommunikationssatelliten ins Weltall bringen. Die USA, Japan und Südkorea werfen dem kommunistischen Nordkorea aber vor, eine Langstreckenrakete getestet zu haben. Die Regierung in Tokio kritisierte zudem, dass die Rakete über Japan hinwegflog. (gri/win/dpa/afp)

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