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Aufrüstung in Nordkorea

Nordkorea will mehr Raketen

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat Staatsmedien zufolge angeordnet, die Raketenproduktion zu steigern. Der verfeindete Nachbar Südkorea hatte diese Woche eine gemeinsame Militärübung mit den USA abgehalten.

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un (Archivbild) habe angeordnet, mehr Raketentriebwerke und Sprengköpfe für Interkontinentalraketen herzustellen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Fotos in nordkoreanischen Medien zeigten Kim bei einem Besuch in einem staatlichen Forschungsinstitut für Rüstung. Auf den Bildern waren nach Einschätzung von US-Experten auch neu entwickelte Raketentechnik und künftige Projekte zu sehen, darunter Pläne für eine Interkontinentalrakete, die mit einem Atomsprengkopf bestückt werden könnte.

Nordkorea treibt sein Raketen- und Atomwaffenprogramm trotz internationaler Sanktionen seit Jahren voran. Im Juli testete das abgeschottete Land zwei Interkontinentalraketen, die nach Einschätzung von Experten das US-Festland erreichen könnten. Der UN-Sicherheitsrat beschloss daraufhin schärfere Sanktionen gegen das Land.

Das angrenzende Südkorea hielt Anfang der Woche eine gemeinsame Militärübung mit den USA ab. Übungen dieser Art finden jährlich statt. Nachbar Nordkorea reagiert besonders gereizt und drohte mit "rücksichtsloser Vergeltung".

Trump verteidigt "Feuer und Wut"-Rhetorik

Der Ton zwischen Washington und Pjöngjang verschärfte sich in den vergangenen Wochen zunehmend. US-Präsident Donald Trump drohte Nordkorea mit "Feuer und Wut", beziehungsweise einem Militäreinsatz auf Nordkoreas Provokationen zu antworten. Pjöngjang legte daraufhin Pläne für einen Raketenangriff auf Ziele vor der Pazifikinsel Guam vor, auf der die USA einen Luftwaffenstützpunkt unterhalten. Zuletzt rückte das abgeschottete Land davon aber vorerst wieder ab.

Trump hat indes seine aggressive Rhetorik gegenüber Nordkorea verteidigt. "Einige sagen, ich bin zu weit gegangen", sagte Trump am Dienstag vor tausenden Anhängern in Phoenix im Bundesstaat Arizona. "Es war nicht stark genug", sagte Trump. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un aber beginne "uns zu respektieren", sagte der US-Präsident weiter. "Und vielleicht, eher nicht, aber vielleicht kann daraus etwas Positives werden."

US-Außenminister Rex Tillerson hatte kurz zuvor die "Zurückhaltung" Pjöngjangs in jüngster Zeit gewürdigt. Er sei froh zu sehen, dass Nordkorea "ein gewisses Maß an Zurückhaltung" geübt habe, welches es so zuletzt nicht gegeben habe, sagte Tillerson vor Journalisten in Washington. Er verwies darauf, dass Nordkorea seit der Verhängung neuer UN-Sanktionen keine Atom- oder Raketentests vorgenommen habe.

myk/sti (afp, rtrd)