Nordkorea will Delegation zu Olympischen Spielen schicken | Sport | DW | 01.01.2018
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Olympische Winterspiele

Nordkorea will Delegation zu Olympischen Spielen schicken

40 Tage vor dem Start der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang scheinen die Fronten auf der koreanischen Halbinsel ein wenig aufzuweichen - die Hoffnung auf sichere Spiele wächst. Und Südkorea reagiert prompt.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat sich überraschend zur Entsendung einer Delegation zu den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar bereit erklärt. "Wir hoffen, dass die Winterspiele ein Erfolg werden", sagte Kim in seiner Neujahrsansprache. Dazu wolle Nordkorea verschiedene Schritte unternehmen, die Entsendung einer Delegation eingeschlossen. Beide Seiten könnten sofort darüber sprechen, betonte Kim im staatlichen Fernsehen. Beide Länder sollten sich darum bemühen, die militärischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu reduzieren und ein "friedliches Umfeld" zu schaffen.

Südkorea reagierte positiv auf die Signale aus dem Nachbarland und hat gleich den 9. Januar als Termin für hochrangige Gespräche mit Nordkorea vorgeschlagen, in denen es auch um eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen gehen soll. Das erklärte der südkoreanische Einheitsminister Cho Myoung-Gyon am Dienstag."Wir hoffen, dass der Süden und der Norden sich von Angesicht zu Angesicht gegenübersitzen und über die Teilnahme einer nordkoreanischen Delegation an den Spielen in Pyeongchang diskutieren können. Genauso wie über weitere Themen von gemeinsamen Interesse für die Stärkung der Beziehungen", sagte Cho auf einer Pressekonferenz. Zuletzt hatte es 2015 Gespräche auf hoher Ebene zwischen den beiden verfeindeten Staaten gegeben. Die beiden Länder sind seit dem Ende des Koreakriegs 1953 durch eine entmilitarisierte Zone getrennt. Pyeongchang liegt nur 80 Kilometer von der Grenze entfernt. 

Auch IOC-Präsident Thomas Bach unterstrich wenige Wochen vor dem Start die Bedeutung des Events für die Welt. "Die Olympischen Spiele sind ein Symbol von Hoffnung und Frieden", sagte das Oberhaupt des Internationalen Olympischen Komitees in seiner Neujahrsansprache: "In unseren schwierigen Zeiten sind sie das einzige Event, das die ganze Welt in einem friedlichen Wettbewerb vereint." Das IOC beobachte die politischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel sehr genau, Zweifel an der Ausrichtung habe es aber trotz aller Diskussionen "niemals" gegeben, so Bach. Der 64-Jährige betonte, dass das Gegenteil der Fall sei: "Wir fühlen die Unterstützung für unsere Position, dass Olympische Spiele immer jenseits aller politischer Teilung sein müssen."

Wildcard für Eiskunstlaufpaar?

Wie die nordkoreanische Delegation in Pyeongchang aussehen könnte, ist noch unklar. Als einzige Athleten aus dem isolierten Land hatten sich die Paarläufer Ryom Tae Ok und Kim Ju Sik einen Quotenplatz für die Spiele vom 9. bis zum 25. Februar in der grenznahen Provinz Gangwon gesichert. Sie hatten sich jedoch nicht mehr rechtzeitig für die Spiele angemeldet. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) zeigte sich am Montag jedoch offen gegenüber einer Teilnahme Nordkoreas. "Wir werden die Aussagen der nordkoreanischen Führung zu einer Teilnahme an den Olympischen Winterspielen unvoreingenommen prüfen", sagte ein IOC-Sprecher.

Südkorea hofft angesichts des verschärften Streits um das nordkoreanische Atomprogramm nach wie vor auf die Teilnahme des isolierten Nachbarlandes. Unter anderem war in den vergangenen Wochen von einer möglichen Wildcard für die beiden Eiskunstläufer durch das IOC die Rede. Das Büro des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In begrüßte Kims Vorschlag. "Die erfolgreiche Austragung der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang wird zum Frieden und zur Aussöhnung auf der koreanischen Halbinsel und in Nordostasien, wie auch auf der ganzen Welt, beitragen", hieß es. Südkorea sei ohne Rücksicht auf Zeitpunkt, Ort oder Format zu Gesprächen bereit. 

sw/ww (dpa, sid)