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Ein Dissident warnt

Nordkorea will Atomwaffen-Arsenal ausbauen

Machtwechsel in Washington und Seoul: Eine verlockende Situation für Nordkoreas Führer Kim, seine Atomwaffenpläne noch rasch zu forcieren, meint der geflohene Diplomat Thae Yong Ho im Exil.

Nordkorea Kim Jong Un beim Simulationsmanöver (Getty Images/AFP/KCNA)

Machthaber Kim Jong Un im Kreise seiner Offiziere

Die Kommunisten im Nordteil Koreas planen nach den Worten eines ranghohen Dissidenten im kommenden Jahr einen entscheidenden Vorstoß zum Ausbau ihres Atomwaffenprogramms. Der ehemalige nordkoreanische Vize-Botschafter in London, Thae Yong Ho, berichtete bei seiner ersten Pressekonferenz seit seiner Flucht im August, Pjöngjang wolle das Zeitfenster der bevorstehenden Machtwechsel in den USA und in Südkorea nutzen. Staatschef Kim Jong Un habe schließlich schon beim Parteitag im Mai die Anweisung ausgegeben, die nukleare Entwicklung des Landes bis zum Ende des Jahres 2017 zu "vollenden".

"Angesichts der Präsidentschaftswahlen in Südkorea und der Übergangsphase der Regierung in den USA sieht der Norden 2017 als Hauptzeit für die nukleare Entwicklung", sagte Thae. Die nordkoreanische Regierung rechne damit, dass die mit innenpolitischen Umbrüchen beschäftigten USA und Südkorea dann nicht zu militärischen Maßnahmen in der Lage seien.

Archivbild Thae Yong Ho (picture-alliance/AP Photo)

Prominenter Bürgerrechtler: Thae Yong Ho

Nach Einschätzung Thaes wird Kim keinesfalls auf das Nuklearpotential seines Landes verzichten. Kein finanzielles Angebot könne hoch genug sein, um den nordkoreanischen Machthaber dazu zu bringen. Kim wolle mit den USA aus der Position eines Führers eines Atomwaffenstaates verhandeln. Washington hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dies nicht hinzunehmen. 

Neue Strategie unter Trump? 

Die USA hatten immer wieder China gedrängt, auf seinen Verbündeten Nordkorea mäßigend einzuwirken. Der designierte Präsident Donald Trump aber hatte die Führer in Peking mit verschiedenen Drohungen erst einmal brüskiert.  

Das international isolierte Nordkorea hatte unter Missachtung von UN-Resolutionen in diesem Jahr seine Tests mit Atomwaffen und ballistischen Raketen intensiviert. Anfang des Jahres gab man den insgesamt vierten Atomwaffentest bekannt, im September folgte dann der fünfte und bislang massivste. Außerdem gab es in diesem Jahr bereits rund 20 Tests mit ballistischen Raketen.

Nach Einschätzung des Pentagon ist das Land inzwischen in der Lage, Mittelstreckenraketen mit atomaren Sprengköpfen zu bestücken und abzufeuern. Allerdings schafften es die Nordkoreaner noch nicht, die Rakete in die Erdatmosphäre zurückkehren zu lassen und auf ein Ziel zu lenken.

SC/cgn (afpe, CNN ) 

     

 

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