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Nordkorea

Nordkorea: Warmbier ist Opfer von Obamas Politik

Mit einem neuen Raketentest hatte Nordkorea gerade erst provoziert. Mit der Anschuldigung, Ex-Präsident Obama sei indirekt schuld am Tod des US-Studenten Otto Warmbier, legt das kommunistische Regime in Pjöngjang nach.

Der Fall des kürzlich verstorbenen US-Studenten Otto Warmbier stellt die Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea auf eine neue Probe. Sein unmittelbarer Tod nach seiner Haftentlassung sei auch für die Regierung in Pjöngjang ein Rätsel, meldete die regierungsfreundliche Agentur KCNA. Auch wies das kommunistische Regime Vorwürfe von sich, Warmbier sei aufgrund von Folter und Schlägen gestorben. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, dass Warmbier vielmehr ein Opfer der Politik von Barack Obama sei. Der frühere US-Präsident habe sich nie um die Freilassung Warmbiers bemüht.

Was ist dran an den Vorwürfen?

Ähnliche Vorwürfe hatte auch der Vater des verstorbenen US-Amerikaners erhoben. Die damalige Regierung habe seine Familie zur Zurückhaltung aufgerufen. Ein früherer Berater Obamas hielt dagegen, man habe hinter den Kulissen alles versucht, um Warmbier freizubekommen. Die Bemühungen hätten niemals aufgehört. Warmbier war 2016 in Nordkorea zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden, weil er in einem Hotel angeblich ein Propaganda-Plakat gestohlen hatte. Kurz nach seiner Inhaftierung fiel er ins Koma, aus dem er nicht mehr erwachte. In der vergangenen Woche wurde er von Nordkorea aus "humanitären Gründen" freigelassen. Der 22-Jährige verstarb kurz nach seiner Ankunft in der Heimat. Warum Warmbier ins Koma fiel, ist unklar. Nach nordkoreanischer Darstellung erlitt er eine Lebensmittelvergiftung und erhielt danach Schlafmittel, woraufhin er nicht mehr aufwachte.

Nordkorea Raketentest (Reuters/KCNA)

Nordkorea versucht mit neuer Raketentechnologie, die USA zu treffen. (Archivbild)

Raketen sollen USA treffen

Vor der Anschuldigung gegen die frühere US-Regierung hatte Nordkorea mit dem Start einer neuen Rakete provoziert. Nach Angaben eines US-Behördenvertreters hat Nordkorea einen neuen Raketenantrieb getestet. Mit diesem könne eine Interkontinentalrakete ausgerüstet werden, sagte der Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Der Kommandeur der US-Marine, Gary Ross, teilte auf Anfrage der AFP mit, die Aktionen Nordkoreas würden aufmerksam verfolgt. Er forderte Nordkorea auf, "jede provozierende Aktion zu unterlassen", sich an seine "internationalen Verpflichtungen" zu halten und "ernsthafte Verhandlungen" aufzunehmen.

USA drohen ihrem Erzfeind

US-Außenminister Rex Tillerson hatte China am Mittwoch aufgefordert, den wirtschaftlichen und diplomatischen Druck auf seinen Verbündeten Nordkorea deutlich zu erhöhen, um eine Abkehr Pjöngjangs von seinem Atom- und Raketenprogramm zu erzwingen. US-Präsident Donald Trump kündigte wiederholt an, Washington werde notfalls im Alleingang gegen Nordkorea vorgehen. Militärische Maßnahmen schloss er dabei nicht aus. Bislang übt China über den Stopp seiner Kohleimporte Sanktionen auf den isolierten Nachbarn aus. Im Mai hatte Peking zum dritten Monat in Folge keine Kohle von Nordkorea gekauft. Die Importe von Eisenerz fielen zudem um fast ein Fünftel geringer aus als im Vormonat, wie die chinesische Zollbehörde mitteilte.

Nordkorea testete zuletzt trotz immer neuer UN-Sanktionen insbesondere ballistische Raketen in schneller Folge. Das Land versucht Interkontinental-Raketen zu entwickeln, die auch die USA erreichen könnten.

bri/myk (rtr, afp, dpa)

 

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