Nordkorea stellt Kommunikationsleitung mit Südkorea wieder her | Aktuell Asien | DW | 03.01.2018
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Trotz neuer Drohungen

Nordkorea stellt Kommunikationsleitung mit Südkorea wieder her

Die Kommunikation zwischen Nord und Südkorea war lange Zeit abgebrochen. Jetzt wollen sich beide Länder wieder annähern. Dafür will Pjöngjang direkt mit Seoul kommunizieren und öffnet wieder eine wichtige Leitung.

Südkorea Nordkorea Kommunikationskanal NEU (picture-alliance/Yonhapnews/Agency)

Direkter Kommunikationskanal zwischen Nord- und Südkorea

Nord- und Südkorea haben einen seit knapp zwei Jahren abgeschalteten Kommunikationskanal wieder geöffnet. Die Hotline sei um 7.30 Uhr (MEZ) wieder freigeschaltet worden, es habe ein 20-minütiges Gespräch gegeben, sagte ein Vertreter des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Details seien zunächst aber nicht bekannt geworden. Südkorea hatte am Dienstag für kommende Woche Gespräche mit dem Norden auf hoher Ebene vorgeschlagen. Nordkorea kündigte daraufhin an, den Kommunikationskanal nach Südkorea wieder einrichten zu wollen. Der Kanal war im Februar 2016 abgeschaltet worden. Bei den Gesprächen sollte es nach südkoreanischen Angaben um eine mögliche Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen im Februar im südkoreanischen Pyeongchang gehen, aber auch um andere Themen zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen. Zuvor hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in seiner Neujahrsansprache Dialogbereitschaft signalisiert. 

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Drohung und Angebot aus Pjöngjang

Nordkorea will an Olympischen Spielen teilnehmen

Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache angeboten, eine Delegation zu den Olympischen Spielen in der grenznahen südkoreanischen Provinz Gangwon zu schicken. Die beiden Länder könnten sich dazu sofort treffen, schlug er vor.

Trotz neuer Drohungen aus Pjöngjang Richtung USA begrüßte Seoul das Gesprächsangebot und wertete den Vorstoß aus Pjöngjang als "sehr bedeutsam". Es handele sich um einen wichtigen Schritt, den auf Eis liegenden Dialog wieder aufzunehmen, sagte Präsidentensprecher Yoon Young Chan. "Dies schafft eine Umgebung, in der Kommunikation zu jeder Zeit möglich sein wird."

Südkoreas Präsident Moon Jae In wies das Außenministerium aber an, sich eng mit den Alliierten Südkoreas und der internationalen Gemeinschaft darüber abzustimmen, wie die Verbesserung des innerkoreanischen Verhältnisses und eine Beilegung des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm zur gleichen Zeit behandelt werden könnten.

Reaktionen aus Peking

China begrüße die Öffnung der stillgelegten Telefonleitung und unterstütze die Anstrengungen beider Seiten, die Beziehungen vor den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongcheng zu verbessern, sagte Außenamtssprecher Geng Shuang in Peking. Alle an dem Konflikt beteiligten Parteien sollten den "positiven Trend nutzen und sich auf halbem Wege treffen".

sam/bri (AFP, dpa, rtr)

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