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Aktuell Welt

"Nordkorea soll abrüsten"

Die USA und China wollen in der Korea-Krise enger zusammenarbeiten. Nach Gesprächen von US-Außenminister Kerry mit der Führung in Peking forderten beide Seiten eine atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel.

US-Außenminister John Kerry mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping (Foto: Reuters)

US Außenminister Kerry in China Xi Jinping

"Wir rufen Nordkorea auf, von Provokationen abzusehen", sagte US-Außenminister John Kerry, als er nach seinen Unterredungen mit der politischen Führung Chinas vor die Presse trat. Wie bereits 2005 in den internationalen Verhandlungen mit Nordkorea vereinbart, seien sich die USA und China einig, dass es eine "überprüfbare Denuklearisierung auf friedliche Weise" geben müsse.

Beide Seiten einigten sich laut Kerry auf unmittelbare Gespräche über die nächsten gemeinsamen Schritte. Hochrangige Vertreter der USA, darunter auch der amerikanische Generalstabschef, werden nach seinen Angaben bald für weitere Diskussionen nach China reisen. "Wir sagen zu Kim Jong Un und den Menschen in Nordkorea, dass sie die offensichtliche Wahl haben, uns zu folgen und eine Verhandlungslösung zu finden", sagte Kerry nach einem Abendessen mit dem höchsten chinesischen Außenpolitiker, Staatsrat Yang Jiechi.

Auf Fragen, ob China über seine Handelsbeziehungen zu Nordkorea mehr Druck auf seinen langjährigen Verbündeten ausüben werde, wollte sich Kerry nicht äußern. "Das ist Sache der chinesischen Regierung." Alle Optionen seien diskutiert worden.

Unterschiedliche Optionen

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US-Diplomatie in der Korea-Krise

Der US-Außenminister, der auch vom chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping (im Artikelbild neben John Kerry) empfangen worden war, hatte sich zuvor bereits offen für einen Dialog der USA mit Nordkorea gezeigt. Dies könnte eine Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche mit Nordkorea, USA, China, Südkorea, Japan und Russland sein, aber auch bilaterale Treffen mit der nordkoreanischen Führung wären denkbar.

Auch Chinas neuer Außenminister Wang Yi rief zu einer atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel auf. "Was immer auch geschieht, China bleibt bei seiner Forderung nach Denuklearisierung, Frieden auf der Halbinsel und Lösung des Problems durch Dialog", sagte Wang Yi laut der Nachrichtenagentur Xinhua.

Stein auf den eigenen Zeh

Ministerpräsident Li Keqiang warnte bei seinem Treffen mit Kerry vor weiteren Provokationen auf der Halbinsel, die die Interessen aller Beteiligten verletzen würden. "Das wäre so, als wenn man einen Stein anhebt, um ihn auf seinen eigenen Zeh fallen zu lassen", sagte Li Keqiang offensichtlich mit Blick auf Nordkorea.

China als einziger verbliebener Verbündeter Nordkoreas hat den Druck bisher nicht merklich erhöht. Die Führung in Peking fürchtet vor allem, dass sich die Lage in dem abgeschotteten Land weiter verschlechtert, die Regierung zusammenbricht und dann Flüchtlingsmassen über die Grenze strömen.

Trotzdem hatte China zuletzt einen leicht veränderten Ton angeschlagen. So hatte Präsident Xi kürzlich gewarnt, keinem Land dürfe erlaubt werden, eine Region oder gar die ganze Welt aus selbstsüchtigen Motiven ins Chaos zu stürzen.

Nordkorea verschweigt Kerrys Mission

China ist frustriert über seinen traditionellen Verbündeten Nordkorea. Besonders die drei Atomwaffentests 2006, 2009 und im Februar dieses Jahres haben die Beziehungen belastet. Peking stimmte deswegen auch den jüngsten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Pjöngjang zu.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist seitdem besonders angespannt. Das nordkoreanische Fernsehen berichtete am Samstag mit keinem Wort über den Besuch Kerrys.

gri/uh (dpa, rtr)

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