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Aktuell Amerika

Nordkorea-Satire kommt in die Kinos

Nach internationalen Protesten lässt der Filmkonzern Sony die Politsatire "The Interview" nun doch in den Kinos anlaufen, in einigen jedenfalls. Mysteriöse Anschlagsdrohungen hatten den Filmstart gestoppt.

Sony-CEO Michael Lynton gab in New York bekannt, dass der Spielfim "The Interview" nun in einigen Kinos gezeigt werden solle. Starttermin ist der 25. Dezember. Man habe den Plan, diesen Film zu zeigen, niemals aufgegeben, betonte Lynton. Er ging zugleich auf die Anstrengungen ein, die Sicherheit für die Zuschauer in den Kinos zu erhöhen. Vor der offiziellen Mitteilung hatten bereits Kinobetreiber in Texas und Atlanta über den Kurznachrichtendienst Twitter die Öffentlichkeit wissen lassen, dass der Streifen in den kommenden Tagen zu sehen sein wird. In einem Tweet war sogar die Rede davon, dass der Film innerhalb einer Stunde anlaufen solle.

Kinobetreiber twittern: "Sieg!"

Das Kino "Alamo Drafthaus" in Austin zum Beispiel erklärte, das Filmunternehmen Sony habe den Filmstart nun doch genehmigt: "Sieg!" Eine Attacke anonymer Hacker und mysteriöse Anschlagsdrohungen auf US-Kinos hatten Sony in der vergangenen Woche bewogen, den für Donnerstag geplanten Filmstart abzusagen. Dem Konzern entstand dadurch nach Expertenschätzung ein Schaden von einer halben Milliarde Dollar. Nach Erkenntnissen des FBI steht die Staatsführung Nordkoreas hinter dem Angriff. Denn in dem Film geht es um ein fiktives Mordkomplott gegen Machthaber Kim Jong Un.

Nordkorea Kim Jong-un

Offline: Kim Jong Un (rechts)

Dass in Nordkorea nun bereits des zweiten Tag in Folge das Internet weitestgehend ausfiel, ist nach Einschätzung von Beobachtern kein Zufall. Die US-Behörden hielten sich dazu bedeckt. Eine Sprecherin im Außenamt in Washington weigerte sich, auf Journalistenfragen zu antworten, ob die USA hinter der Panne stecken. "Ich habe heute nichts Neues über Nordkorea mitzuteilen", sagte Marie Harf. Sie verwies lediglich auf die Ankündigung von Präsident Barack Obama, dass es eine Reaktion auf den jüngsten Hackerangriff Nordkoreas auf das Sony-Filmstudio in den USA geben werde.

Militärische Konsequenzen?

Obama hatte Nordkorea für den Hackerangriff auf Sony verantwortlich gemacht, bei dem Ende November vertrauliche Informationen ins Internet gestellt worden waren. Ziel der Hackergruppe namens Guardians of Peace (GOP) war die Absetzung der Politkomödie. Nachdem Obama von einer "angemessenen Antwort" gesprochen hatte, drohte Nordkorea mit militärischen Konsequenzen.

Die Entscheidung Sonys, den Film nun doch zu zeigen, begrüßte Obama. "Der Präsident applaudiert Sony für die Entscheidung, den Film zu zeigen", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Eric Schultz.

ml/wl (afp,rtr,ape)