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Aktuell Asien

Nordkorea ruft Kriegszustand aus

Nordkorea ist nach eigenen Angaben in den Kriegszustand mit Südkorea eingetreten. Alle Angelegenheiten würden von nun an gemäß dem "Kriegsprotokoll" behandelt, heißt es in einer offiziellen Erklärung des Landes.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un sitzt an einem Schreibtisch (Foto: picture alliance/dpa)

Nordkorea erklärt Kriegszustand

Die Erklärung, die über die amtliche Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurde, richtet sich an sämtliche öffentlichen Einrichtungen des Landes. Weiter heißt es, die jahrelange Situation "Weder Frieden noch Krieg" sei nun vorbei. Süd- und Nordkorea befinden sich formal ohnehin noch im Kriegszustand. Der Korea-Krieg wurde 1953 lediglich mit einem Waffenstillstand beendet. Von einem Angriffsbefehl wurde bislang nichts bekannt. Das nordkoreanische Militär warte die Befehle von Machthaber Kim Jong Un (siehe Artikelbild) ab, hieß es.

Am Freitag (29.03.2013) hatte Kim Jong Un seine Langstreckenraketen-Einheiten in ständige Bereitschaft versetzt. Als Reaktion auf die jüngsten Übungsflüge atomwaffenfähiger US-Bomber über Südkorea erteilte er den Befehl, die strategischen Raketen auf einen möglichen Einsatz vorzubereiten. Als mögliche Angriffsziele wurden Südkorea sowie das US-Festland, US-Militärstützpunkte auf Hawaii, Guam und andere Gebiete im Pazifik genannt.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben sich seit dem dritten nordkoreanischen Atomwaffentest im Februar deutlich verschärft. Vor drei Wochen drohte das kommunistische Land den USA mit einem atomaren Erstschlag.

USA nehmen Drohungen ernst

Kriegerische Signale sind für das auf ausländische Wirtschaftshilfe angewiesene Nordkorea üblich, um seine Ziele zu erreichen. Dennoch nehmen Südkorea und die USA die Drohungen aus Pjöngjang nicht auf die leichte Schulter.

Die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Caitlin Hayden, erklärte Washington nehme die neuerliche Drohung aus Nordkorea gegen den Süden "ernst". Die USA blieben in "engem Kontakt mit dem südkoreanischen Verbündeten". Zugleich wies Hayden daraufhin, dass Nordkorea eine "lange Geschichte der Kriegsrhetorik und Drohungen" habe. "Die heutige Ankündigung folgt diesem bekannten Muster." Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, hielt dem Regime vor, mit seinen Äußerungen und Taten darauf hinzuarbeiten, dass die Situation eskaliere. "Die kriegerische Rhetorik Nordkoreas verstärke nur die Isolation des Landes", unterstrich er.

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Säbelrasseln in Nordkorea

Gleichzeitig wies er darauf hin, die Übungsflüge zweier amerikanischer Tarnkappenbomber des Typs B-2 Spirit am Donnerstag hätten im Rahmen gemeinsamer Manöver mit Südkorea stattgefunden. Nach seinen Worten steht die US-Regierung in engem Kontakt mit ihren Alliierten sowie mit Russland und China, um die Situation zu entschärfen.

Westerwelle warnt vor Eskalation

Bundesaußenminister Guido Westerwelle warnte vor einer Eskalation der Sicherheitslage. Das Verhalten Nordkoreas sei eine ernste Gefahr für den Frieden in der gesamten Region, heißt es in einem Gastkommentar des FDP-Politikers für die "Bild"-Zeitung. Was auf der koreanischen Halbinsel geschehe, betreffe die Sicherheitsarchitektur der ganzen Welt. "Das unverantwortliche Spiel Nordkoreas mit dem Feuer muss aufhören", mahnte Westerwelle.

Der Kreml in Moskau warnte vor "militärischen Muskelspielen" auf der koreanischen Halbinsel. Außenminister Sergej Lawrow sagte, Russland sehe mit Sorge die militärischen Handlungen in der Region. "Das führt zu einem Teufelskreis." Die Spannungen dürften nicht dazu genutzt werden, geopolitische Fragen in der Region mit Kriegsmitteln zu lösen. Neben Russland rief auch die politische Führung in China alle Staaten dazu auf, in einer "gemeinsamen Anstrengung" die Spannungen abzubauen. Die Volksrepublik gilt als einziger Verbündeter des nordkoreanischen Regimes.

Südkorea in Sorge

Experten glauben weiterhin nicht, dass es Nordkorea auf einen Krieg mit der Supermacht USA ankommen lassen will. Vor allem aber in Südkorea wächst jedoch die Sorge, dass sich der unberechenbare Bruder im Norden zu einer militärischen Provokation hinreißen lassen und der Konflikt damit eskalieren könnte.

se/wl (dpa, afp, rtr)

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