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Aktuell Asien

Nordkorea: Rückkehr eines Hardliners

In Nordkorea steht General Kim Kyok Sik wieder an die Spitze des Militärs. Damit signalisiert das international weitgehend isolierte Land ein Festhalten an seinem unnachgiebigen außenpolitischen Kurs.

Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete die Ernennung Kim Kyok Siks zum Generalstabschef. Diesen Posten hatte der über 70 Jahre alte General bereits von 2007 bis 2009 inne. Er wird für den Beschuss einer südkoreanischen Insel 2010 verantwortlich gemacht, bei dem vier Menschen starben. Nordkoreas neuer Machthaber Kim Jong Un hat die Führung des Militärs mehrfach umgebaut. Dies wird als Zeichen gesehen, dass er die Vorherrschaft der Kommunistischen Partei über die Armee sichern will.

Kim Kyok Sik übernimmt den Posten von Hyon Yong Chol, der im vergangenen Jahr unerwartet zum Generalstabschef ernannt worden war. Hyon sei sehr schnell befördert worden und habe womöglich versagt, sagte der Nordkorea-Experte Koh Yu Hwan von der Dongguk-Universität in Seoul. Kim habe dagegen Erfahrung als Militärchef. Auch Cheong Seong Chang vom Sejong-Institut beschrieb Kim als einen treuen Weggefährten der Herrscherfamilie. "Ich glaube, dass Kim Jong Un das Militär unter Kontrolle hat", sagte Cheong.

Hochrangiger Vertreter in China

Der Machthaber schickte fast zeitgleich einen hochrangigen Vertreter des Regimes als Sondergesandten nach China. Der Leiter des politischen Büros der Volksarmee, Choe Ryong Hae (Foto), sei nach Peking gereist, berichteten die nordkoreanischen Staatsmedien. Choe, der auch Mitglied der mächtigen Verteidigungskommission ist, gilt als Vertrauter des jungen Machthabers. Im vergangenen Jahr wurde er in den Rang eines Vizemarschalls erhoben. Choe soll der höchste diplomatische Vertreter Nordkoreas in China seit dem Besuch des verstorbenen Ex-Machthabers King Jong-Il vor zwei Jahren sein. Dessen Sohn und Amtsnachfolger reiste bislang noch nicht nach Peking.

Der Leiter des politischen Büros der nordkoreanischen Volksarmee, Choe Ryong Hae (Foto: picture-alliance/AP)

Er soll für bessere Beziehungen zu Peking sorgen: Choe Ryong Hae, der Leiter des politischen Büros der nordkoreanischen Volksarmee

Die Beziehungen zwischen den beiden traditionell verbündeten Ländern hatten sich in den vergangenen Monaten angesichts der verschärften Spannungen im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm spürbar abgekühlt. China geriet immer stärker unter Druck, sich mehr von Pjöngjang zu distanzieren.

Bank of China befolgt UN-Sanktionen

Zuletzt hatte die Bank of China ihre Zusammenarbeit mit der Außenhandelsbank Nordkoreas eingestellt. Die große Staatsbank war damit den Sanktionen der Vereinten Nationen gefolgt, die nach dem dritten Atomwaffentest Nordkoreas im Februar verhängt worden waren. Das abgeschottete Land hatte Südkorea und den USA unter anderem mit Atomangriffen gedroht. Zuletzt schien sich die Lage jedoch wieder leicht zu entspannen. Nach US-Angaben zog das kommunistische Regime in Position gebrachte Mittelstreckenraketen wieder ab.

Am Dienstag hatte Pjöngjang ein zwei Wochen zuvor entführtes chinesisches Boot mit 16 Fischern an Bord wieder freigegeben. Auch dieser Vorfall hatte die Beziehungen beider Staaten belastet.

sti/se (afp, dpa)